Kategorie: Günstig leben

Schweißpistolenhalterung

schweißpistole halterung

Der „Aheadset“-Vorbau eines Fahrrads eignet sich hervorragend als universelle Halterung. Hat dein Schweißgerät-Fahrwagen keine Schweißpistolen-Halterung? Brutzel Dir einfach ein Rohr dran und klemme einen Vorbau fest.

So ein Ahead-Vorbau kann an vielen Stellen nützlich sein und Dinge festhalten. Die Montage ist durch die Teilung der Lenkeraufnahme einfach.

Transformationsdesign

Das Rasenmäherfahrrad, das die Bikekitchen für den Interkulturellen Garten „Grow up“ gebaut hat, ist in einem Buch erwähnt worden: Transformationsdesign – Wege in eine zukunftsfähige Moderne.

Das Buch wurde vom Bestsellerautor Harald Welzer (u. a. Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand) und von Bernd Sommer geschrieben. Welzer ist Chef der Stiftung Futurzwei und Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg, Sommer ist u.a. Referent des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen / German Advisory Council on Global Change (WBGU).

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung schrieb Harald Welzer: „Transformationsdesign bedeutet … von allem weniger. Denn das bisherige Kulturmodell ist in jeder Hinsicht expansiv. Es beizubehalten löst keine Probleme, sondern schafft immer neue. Transformationsdesign bedeutet also die Gestaltung eines radikalen Richtungswechsels.“

Ich habe den Großteil des Buches gelesen. Es ist so aufgebaut, dass man in einzelne Kapitel einsteigen kann, ohne den Gesamtzusammenhang erst suchen zu müssen. Manches ist eher anstrengend zu lesen, geht in die Geschichte zurück oder beschreibt Theorien. Diese Passagen lohnen sich trotzdem, wenn das Interesse groß genug ist. Andere Stellen kommen direkt aus der Praxis und lassen sich nacherleben. Das Gute: die Sprache ist immer verständlich, die Informationstiefe sehr angenehm. Die Kapitel- und Absatzlängen sind gut verträglich. Vor allem das Kapitel 6 Transformationsdesign – Gestaltung von Reduktion hat mich angesprochen.

Warum das so ist? Weil ich Reduktion erlebt habe. Der Verzicht auf ein eigenes Automobil, wie ich es seit Jahren mache, hat zu einer gesunden Reduktion in vielen Lebensbereichen führt. Zum Beispiel im Konsumverhalten, weil nicht mehr jeder Laden  sofort erreichbar ist. Die damit verbundene Einschränkung führt zum Nachdenken über die eigenen Bedürfnisse. Die Nichterfüllung spontaner Vorstellungen bedeutet Konzentration aus das Wesentliche und gewonnene Zeit. Diese freie Zeit lässt Raum für Ideen, wie man sein Leben in alternativen Formen gestalten kann. Es bedeutet, selbst zu entscheiden, wie die eigene Zukunft aussehen soll.

Ich halte die Wahrnehmungen und die Ideen jedes Einzelnen für den Schlüssel zu gesellschaftlichen Veränderungen. Jede/r hat Ideen und Verbesserungsvorschläge. Man muss seine Erkenntnisse nur umsetzen. Das ist der sehr schwierige Teil, denn er ist zunächst mit Widerständen verbunden. Erst das Einüben neuer Verhaltensweisen erleichtert den Alltag. Wer vom Auto auf das Fahrrad umsteigt, wird beim ersten Regen nass. Erst wenn man seine Kleidung anpasst, kann man mit schlechtem Wetter umgehen. Oder man erprobt die Alternative „öffentliches Verkehrsmittel“. Bis der Tarifdschungel und die Linien und Fahrzeiten durchschaut sind, dauert es eine Weile. Außerdem gilt es mit den Kommentaren von Nachbarn und Kollegen umzugehen, die sich an das etablierte Gesellschaftsmodell einer automobilen Welt klammern. Oder mit einem Vermieter, den ein modernes Lastenfahrrad im Hof mehr stört als ein typisches Auto auf dem Parkplatz.

Das Rasenmäherfahrrad war eine Spielerei. Aber es ist ein Sinnbild für die Möglichkeiten, die sich bieten. Nicht nur in technischen Dingen und Mobilität. Auch bei Ernährung, Kleidung und Wohnen.

In Augsburg findest du Menschen, mit denen du Erfahrungen teilen kannst:

Bikekitchen
Transition Town
Cityfarm
Kleidertauschparty
Contact Sozialkaufhaus
Die ganze Bäckerei
OpenLab und viele andere …

Jetzt klappt es doch!

klappraeder

Ich hatte von Problemen mit der Klappradmitnahme in Augsburger Straßenbahnen berichtet. Seit Anfang Juni dürfen 20-Zoll-Falträder in den öffentlichen Verkehrsmitteln Augsburgs mitgenommen werden. Ich hatte beim Kundenservice angefragt, ob das auch für Klappräder gilt (mit Bild), die Mitnahmemöglichkeit wurde bestätigt. Daraufhin habe ich die Mitnahme ausprobiert. Der eine Fahrer war unzufrieden, weil ich das Rad erst in der Bahn gefaltet habe, der andere Fahrer kannte die neue Regelung gar nicht. Ich habe darüber gebloggt und ein Facebook-Freund hat den Beitrag ohne mein Zutun an die Stadtwerke weitergeleitet.

Wenige Tage später meldete sich überraschend die „Abteilungsleiterin Projektkommunikation“ der Stadtwerke per E-Mail und teilte mir mit, dass ein Klapprad kein Faltrad sei: „Die Mitnahmemöglichkeit bezieht sich ausdrücklich auf Falträder mit einer Reifengröße bis 20 Zoll … Der Lenker Ihres Klapprades ist ausragend, beim Faltrad wird auch der Lenker eingeklappt.“ Sie rechtfertigte damit den rauen Ton des Fahrers und schloss mit den Worten: „Also, die Mitnahme gilt für Falträder, vielleicht bauen Sie sich ja eins? Ich wäre gespannt drauf.“

Ich bat sie daraufhin um konkrete Spezifikationen. Ich wies darauf hin, dass die Begriffe „Faltrad“ und „Klapprad“ nicht besonders definiert sind. Der Lenker kann bei Klapprädern versenkt und quer gestellt werden, manchmal sind die Pedale klappbar. Ich bat um spezielle Packmaße oder Angaben zu zulässigen Bauformen.

Während ich auf eine Antwort wartete, erschien ein lustiger Kommentar dazu: http://www.neue-szene.de/magazin/eintagsfliege/stra%C3%9Fenbahn-augsburg-falten-klappt-klappen-klappt-nicht

Nach fünf Tagen Wartezeit fragte ich per E-Mail nach. Und bekam folgende Antwort: „wir haben auch einige wenige Spezialisten für Fahrräder im Haus und die haben mir bestätigt, dass man Klappräder in der Straba mitnehmen darf.“

Die Klappradmitnahme ist also möglich. Für diese Bestätigung habe ich E-Mails mit dem Kundenservice gewechselt, wurde von Fahrern unfreundlich begrüßt und habe mit der „Abteilungsleiterin Projektkommunikation“ diskutieren müssen, die das Wort „Entschuldigung“ nicht kennt. Positiv bewerte ich die am Ende klare Entscheidung pro Klapprad, ohne zusätzliche Bedingungen.

Die Stadtwerke-Werbung wirkt so, als wäre die Mitnahme nur mit dem speziellen Stadtwerke-Faltrad „Tern“ (600 Euro) erlaubt. Das wäre ein sehr exklusives Angebot, exklusiv im Sinne von ausschließend für alle Menschen, die ein anderes, vielleicht günstigeres Modell besitzen. Das wäre ein Marketing-Gag, aber keine echte Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. Ich freue mich, dass jetzt die einzig sinnvolle Lösung bestätigt wurde.

Der nächste Schritt sollte sein, die Mitnahme aller 20-Zoll-Fahrräder freizugeben, auch ohne Klappmechanismus. Die BMXer zum Beispiel würden sich freuen, wenn sie ihr Sportgerät mitnehmen könnten. Im Regionalzug der Deutschen Bahn ist das so. Dort ist nur die Reifengröße beschränkt, auf 20 Zoll, das funktioniert seit Jahren problemlos. Bahn, Bus und Straßenbahn sind über den AVV Augsburger Verkehrsverbund zusammengeschlossen. Deshalb wären gleiche Bedingungen in allen Nahverkehrsarten sinnvoll und würden neue Kombinations-Möglichkeiten eröffnen.

Zu diesem Thema bekam ich eine weitere Belehrung, mit Bezug auf den oben genannten Kommentar: „Wenn wir nämlich solche Bürokraten wären, die sich mit all den Winkelmessungen und -zügen beschäftigen, gäbe es vermutlich keine Fahrradmitnahme, wahrscheinlich auch keinen Nahverkehr. Weil wir aber Spezialisten dafür sind, wie man guten Nahverkehr macht, ist es uns wichtig, die Leute in allen Lebenslagen mobil zu halten oder auch neudeutsch Mulitmodalität genannt.“

Tja, in Leipzig zum Beispiel ist die Mitnahme von Fahrrädern aller Art in der Straßenbahn und im Bus möglich, zum Preis eines Kinderfahrscheins. Studenten können mit dem Studentenausweis in der Zeit zwischen 19.00 Uhr und 5.00 Uhr Fahrräder in der Straßenbahn kostenlos mitnehmen. Klapp-/Falträder sind als Gepäckstück immer kostenfrei. Bürokraten und Spezialisten definieren sich in jeder Stadt unterschiedlich.

 

 

 

E-Bay Quad

So ein Ding gibt es bei E-Bay für ca. 2.000 bis 2.500 Euro. Aus China importiert, zum Beispiel unter dem Namen „Jinling Quad“. In Deutschland werden ein paar sicherheitsrelevante Teile gegen DIN-Teile getauscht. Eingebaut ist ein LONCIN Markenmotor mit ca. 16 PS. Es gibt deutliche Warnungen gegen den Kauf eines solchen vermeintlichen, gut aussehenden Schnäppchens: http://www.motor-talk.de/forum/achtung-warnung-vor-dem-kauf-250ccm-china-quad-t3096176.html

http://www.jinlingatv.com/
http://de.wikipedia.org/wiki/Loncin_%28Motorrad%29

1957 Chevrolet (Chevy) Bel Air 4 Door Sports Sedan Hardtop

chevrolet (1) chevrolet (2)

Die Bedeutung des Automobils für unsere Gesellschaft ist vielfältig. Eine politische Analyse für die Zeit von 1933 bis 1974 liefert diese wissenschaftliche Arbeit: Gregor M. Rinn – Das Automobil als nationales Identifikationssymbol – Zur politischen Bedeutungsprägung des Kraftfahrzeugs in Modernitätskonzeptionen des „Dritten Reichs“ und der Bundesrepublik.

Erste Ansätze für Kritik am massenhaften Konsum von Automobilen gab es bereits damals, trotz der allgemeinen Motorisierungseuphorie. Davon berichtet der Verfasser im Abschnitt „Der amerikanische „Straßenkreuzer“ als Inbegriff der Schattenseiten der Konsumgesellschaft“ (Seite 153).