Kategorie: Critical Mass Augsburg

Bilder von der Augsburger Critical Mass

Die Critical Mass Augsburg hat von der letzten Fahrt am 25.4. viele Bilder gepostet. Mit dem Streckenverlauf und anderen Angaben vom GPS. Dank eines TAZ-Kommentars kamen einige neue Mitfahrer hinzu. Die Bewegung wächst langsam aber sicher, ohne dass es einer Organisation bedarf. Auf http://cmaugsburg.wordpress.com/ steht mehr über die letzte Fahrt und die kommenden Termine.

Es tut sich was in Augsburg: Freiraum für alle

die stadt gehört uns allen

Es gibt in Augsburg einige Initiativen und Projekte, die für ein buntes Leben und eine attraktive Stadt sorgen:

  • einen Verein für legale Graffiti
  • einen Verein für Skater und BMXer
  • eine Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt
  • eine regelmäßige Fahrraddemo
  • Menschen, die die Stadt begrünen
  • eine offene Computer-, Software und Elektronik-Werkstatt
  • ein Veranstaltungsort, der Konzerte und Veranstaltungen ohne großen Kapitaleinsatz ermöglicht
  • Ein Infozentrum für Gegenkultur

Die tun sich jetzt alle zusammen, um Freiräume für ihre Aktivitäten zu finden und zu schützen.

Den Startschuss für eine Vernetzung bildet die erste Augsburger Freiraum-Demo am 3. Mai. Sie startet um 14.oo Uhr am Jakobertor und führt zum Moritzplatz: http://freiraumaugsburg.wordpress.com/. Das Motto der Demo ist „Die Stadt gehört uns allen!“

Critical Mass Augsburg am Freitag 26.7.2013

Am Freitag startet wieder eine Critical Mass-Fahrt durch Augsburg. Start ist um 18.00 Uhr am Rathausplatz. Sie wird besonders groß werden, für Augsburger Verhältnisse. Etwa 100 Mitfahrer sind angepeilt. Die CM ist Teil des Rahmenprogramms zum Augsburger Friedensfest, das in diesem Jahr unter dem Motto „Protest“ steht.

Critical Mass Augsburg

Die Critical Mass ist eine weltweite Bewegung. Es gibt auch kritische Stimmen dazu: http://criticalmasssucks.com

In Augsburg funktioniert sie aber gut. Sie fordert zum Nachdenken auf über die städtische Fahrradpolitik. Die Nummer 1 der Fahrradlobbyisten, der ADFC, unterstützt sie nicht. Er wünscht sich eine strikte Einhaltung der Straßenverkehrsordnung bei der Fahrt, d.h. eine Fahrt ins strengen Zweierreihen (wie es im obigen Bild nicht gegeben ist). Eine offizielle Haltung, z.B. in Form einer Pressemitteilung, gabe es bisher dazu nicht.

Die Polizei suchte immer mal wieder Konflikte (technische Radkontrolle bei Einzelnen, Ausweiskontrollen, Androhung der Ahndung von vermeintlichen Rotlichtverstößen). Manchmal begleitete ein Fahrzeug die Radgruppe. Später machte die Polizei sogar extra den Weg frei. Das ändert sich allerdings gerade wieder, nachdem bei der letzten Fahrt ein Fahrradpolizist in Zivil aber im Dienst mitgefahren ist.

Die Critical Mass war in 2012 Teil des Programms zur Bayerischen Klimawoche und ist 2013 Teil des Rahmenprogramms zum Augsburger Friedensfest.

Manche haben eben erkannt, dass eine Critical Mass in einer Stadt wie Augsburg, die Fahrradstadt werden will,  sinnvoll sein kann, um Menschen zu erreichen. Andere arbeiten noch daran.

 

Tallbike fahren

Tallbikes sind Fahrräder mit mehreren Stockwerken. Fahrräder mit erhöhter Sitzposition. Im einfachsten Fall gebaut aus zwei übereinandergeschweißten Fahrradrahmen. Bis hin zu Rahmeneigenkonstruktionen in allen erdenklichen Formen.

Warum? Das will ich anhand meiner Erfahrungen beschreiben:

An Tallbikes kommt man nicht vorbei, wenn man das Internet nach Fahrradkultur absurft. Irgendwann entdeckt man das erste Modell. Die Neugierde wächst. Die wichtigste Frage, die auch ich am Anfang hatte: „wie steigt man auf, wie steigt man ab?“. Youtube liefert Videos mit der Antwort.

Der nächste Schritt ist das Interesse, es selbst auszuprobieren. In der typischen deutschen klein- bis mittelgroßen Stadt gibt es aber keine Tallbikes. Selbst wenn, vielleicht in irgendeiner Garage – erfährt man es nicht.

Selber bauen geht mangels Möglichkeiten (Schweißgerät) erst mal nicht. Bis eine Anleitung für eine Version ohne Schweißen auftaucht. Abenteurlich. Aber ich habe sie erfolgreich nachgebaut.

Der erste Aufstieg klappt nur mit einem Stuhl am Gartenzaun. Obwohl es ein kleines Modell ist. Die ersten Fahrten kosten Mut. Heute bin ich bei meinem vierten Tallbike angelangt. Mit drei Rahmen aufeinander. Selbst geschweißt. Weil es in meiner Stadt inzwischen eine Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt gibt. Mit allen Möglichkeiten für den Bau. Dort kann man auch ein Tallbike ausprobieren.

Warum so ein „Freakbike“? Diese Riesenräder fallen auf. Sie bleiben beim Betrachter im Gedächtnis. Sie werden nicht als störend im Verkehr wahrgenommen. Kein Hupen, kein Drängeln, sondern gezückte Smartphones und Handykameras. Ungläubiges Staunen, Fragen nach dem Auf- und Abstieg. Ideale Werbung für das Fahrradfahren. Und kompletter Kontrast zum Alltag, in dem man im Verkehr hauptsächlich neutral bis negativ gesehen und behandelt wird.

Wie schnell sich doch die Wirkung ändert. Es braucht nur zwei statt einen Rahmen, um Gleichgültigkeit, Aggression und Hass in Bewunderung umzuwandeln.

Etwas Besonderes können, etwas Besonderes zur Schau stellen, positive Rückmeldungen bekommen: das ist es. Wenn ich für jedes Lachen, für jeden freudigen Zuruf, für jeden gehobenen Daumen, für jeden Applaus einen Cent bekommen würde, ich wäre reich. So bin ich es – auch ohne Geld.

Fotos, Videos und Kontakt:

http://bikekitchenaugsburg.wordpress.com/

5 Minuten-Demotrommel

Du willst ordentlich Lärm auf der Critical Mass erzeugen? Und hast nur 5 Minuten Zeit für den Trommelbau? Dann nimm Dir eine große leere Konservenbüchse. Binde sie mit einem alten Fahrradschlauch am Lenker fest. Nimm ein Hölzchen als Drum-Stick. Und hau kräftig auf die Pauke. Der große Resonanzraum sorgt für ordentlich Geschepper.

Aufmerksamkeit

Wo ist die Aufmerksamkeit am größten? Bei sogenannten „Störern“, die die Wahrnehmung auf ein ungewohntes Objekt lenken. Besonders an belebten Orten.

Das hat sich ein Freund der Critical Mass zunutze genacht und sein Fahrrad direkt vor dem Container des Stadterneuerungsprojektes geparkt. Als Protest gegen die unzureichende Berücksichtigung des Fahrradverkehrs bei der verkehrsbaulichen Neuplanung des Augsburger Zentrums.

Das Fahrrad ist fahrbereit, freies Fahrradparken erlaubt. „Gut gedacht, gut gemacht“ würde ich sagen …