Archiv der Kategorie: Fahrradkultur

Hermannstraße Augsburg

Dieser neue Radweg in der Augsburger Hermannstraße stadtauswärts: breit, gerade, ein Fahrradschnellweg. Kurz vor der Gögginger Brücke: abmarkierte Kurve auf den nicht so breiten Fußweg. „Fahrrad frei“: Schritt fahren, Fußgänger haben Vorrang. Der Fußweg ist oft gut besucht. Krasser Move. Von 25 auf 5 km/h.
Es ist erlaubt, auf der Straße zu bleiben bis zur Gögginger Brücke, erst dort wird die Benutzung des Radwegs verpflichtend. Die Markierung vermittelt das nicht.

ebike auswärts laden

ich war 400 Kilometer unterwegs und habe 9 x nachgeladen, jeweils bis zu 2 Stunden. Ich habe zwei Akkus parallel geladen.
Ich habe wild gecampt, also nicht nachts vollgeladen im Hotel oder auf dem Campingplatz. Ich hatte keine App oder ortsgenaue Recherche im Vorfeld, ich habe vor Ort meine Augen benutzt und vorher grundsätzliche Tipps zusammengetragen (https://a2011.wordpress.com/2021/06/11/e-bike-und-pedelec-ladestationen-in-augsburg/). Die Suche nach einer Steckdose hat jeweils nur kurz gedauert, denn fast jedes Gebäude hat Steckdosen.

Was nicht funktioniert hat:

Was empfehlenswert ist:

  • ein Ort, an dem die Wartezeit nicht langweilig oder unbequem/ungemütlich ist, da ich immer vor Ort/in der Nähe bleiben wollte.
  • Was fast immer funktioniert hat (zweimal wurde auf Nachfrage abgelehnt, obwohl (Innen-)Steckdosen vorhanden waren): normale Wandsteckdosen mit meinen eigenen Ladegeräten.
  • Die freundliche Frage nach einer Erlaubnis hat fast immer zu freundlichen Antworten und guten Gesprächen geführt.
  • Bester Tipp, den ich im Vorfeld gefunden habe: alles in eine Tasche packen und fertig anschließen, ggf. an einen Mehrfachstecker, so dass nur ein Stecker eingesteckt werden muss und alles „aufgeräumt“ wirkt.

So statt so:

Diese Steckdosen habe ich gefunden und durfte ich benutzen:

  • in einem Cafe, ich durfte mit in die Küche und über der Arbeitsplatte anstecken (habe kein Foto).
  • ein offenes Bürgerhaus im Stadtzentrum, im Ausstellungsraum mit Sitzbank, offen von 9 bis 23 Uhr. Es war niemand vor Ort, den ich hätte fragen können, das Büro war geschlossen.
  • eine Außensteckdose an einem alten (Güter-)Bahngebäude. Die Fahrdienstleiterin im Erdgeschoss war einverstanden, sie hatte vermutet, dass auf der Dose gar kein Strom mehr ist…
  • eine Steckdose im Rathausfoyer eines kleinen Ortes. Die Mitarbeiterinnen im Erdgeschoss sahen keine Bedenken, trauten sich jedoch nicht, zuzustimmen, und fragten telefonisch bei der Chefin nach. Danach kam die Erlaubnis „ohne Haftung falls etwas entwendet wird“. Sie dachten außerdem, ich müsste das gesamte Fahrrad ins Foyer stellen, nicht nur die Akkus. Ein Denkmuster, das (noch) weit verbreitet ist, aufgrund des Vergleichs mit Autoladesäulen.
  • eine Touristen-Info in einem Touristen-Ort. Im Raum hinter dem Tresen hatten sie extra eine Mehrfachsteckdose mit 8 oder 10 Steckplätzen. Ich durfte hingehen, einstecken, es kam ein Zettel mit meinem Namen dran. Sehr unkompliziert.
  • ein bereits geschlossenes Pralinengeschäft mit 4 Außensteckdosen mitten im Zentrum: ich durfte auf Nachfrage laden (Mitarbeiterin war noch vor Ort). Nach zwei Stunden kam der Chef (hatte noch Buchhaltung gemacht) und sagte halb im Spaß, halb ernst: sie saugen ja alles leer … ich habe die Gesamtkosten von weniger als 30 Cent genannt, er antwortete freundlich: „ja, das passt schon …“.
  • im Büro eines Supermarktes (an der Steckdose neben der Tür), nachdem kein passender bike-energy-Ladestecker für die Station auf dem Parkplatz vorhanden war.
  • an einer öffentlichen Ladesäule mitten auf dem Marktplatz einer Kleinstadt. Die Boombox und das Handy habe ich zusätzlich angeschlossen.
  • in der öffentlichen Toilette auf der Rückseite eines kleinen Rathauses zwischen 21 und 23 Uhr, die sonst niemand benutzt hat in der Zeit.

Extra-Tipp:
in (öffentlichen) Toiletten, z.B. Kundentoiletten von Supermärkten, gibt es praktisch immer freie Steckdosen.

Wie alles begann

Die ersten Fahrradbeiträge in diesem Blog habe ich anhand von Beobachtungen rund um den Augsburger Hauptbahnhof geschrieben und mit Fotos bebildert. Auch heute noch bietet der Bahnhofsvorplatz unzählige Fahrrad-Motive:

Holzkiste als Fahrradkorb, nur mit der Gepäckträgerklemme festgehalten, mit dem Stück einer grünen Baumarktplane als Regenschutz-Abdeckung:

Ein Fahrrad mit wirklich vielen Reflektoren und Reflektorenbändern und Batterie-Lichtern:

Ein Bahnhofsfahrrad, wie es typischer für ein Bahnhofsfahrrad nicht sein kann. Die Rücktrittbremse funktioniert immer, es sieht komplett aus, ist nahezu wartungsfrei und der Sattel aus Hartplastik ist wetterfest und robust. Da quillt kein Gel heraus, wie bei vielen anderen Bahnhofsrädern. Laut Besitzerin hat sie es von der Oma „geerbt“:

Und drei typische Eindrücke vom Fahrradabstellplatz zwischen Hauptbahnhof und Container-Geschäften bis zur Postfiliale. Das Fahrrad mit der defekten Sattelhalterung scheint noch in Betrieb zu sein…:

Fotos von der zweiten Fahrraddemo über die B17 in Augsburg

Die Route führte vom Wittelsbacher Park (Sporthalle) über die Eichleitnerstraße auf die B17, bis zur Ausfahrt Bürgermeister-Ackermann-Straße, danach in die Innenstadt zum Ulrichsplatz. Für die Mobilitätswende in Augsburg. mehr dazu auf der Seite der Organisatorin https://klimacamp-augsburg.de/.

Öffentliche Fahrrad-Luftpumpe am Königsplatz

Im Herzen von Augsburg am Königsplatz steht eine öffentliche Fahrradluftpumpe, aufgestellt von den Stadtwerken Augsburg (SWA). Sie ist sehr robust und funktioniert gut. Der hochwertige Pumpenkopf kommt ohne Gummi-Dichtungen aus. Diese würden bei der Dauerbelastung schnell kaputt gehen. Dieses Modell ersetzt zwei andere öffentliche Pumpen an anderer Stelle, die qualitativ die Belastungen nicht lange ausgehalten haben. Im Praxistest hat die neue Pumpe überzeugt.

Einziger Kritikpunkt: die Beschriftung des Manometers ist so klein, dass sie nicht ablesbar ist. Man kann sich damit behelfen, die Striche abzuzählen oder den Luftdruck per Hand zu prüfen. Dies ist bei modernen Fahrradreifen mit Pannenschutz aufgrund der dicken „Decke“ nicht zuverlässig. Auch ein zu geringer Druck fühlt sich „voll“ an.

Der Standort der Pumpe: https://goo.gl/maps/yzhraiwbg3BCmeGR6

Das Modell auf der Website des Herstellers/Lieferants RASTI: https://www.stadtmobiliar.eu/produkte/mirande/

Der Hersteller schreibt:
„Mit dem Modell MIRANDE entscheiden Sie sich für eine öffentlichen Luftpumpe, die extrem viel aushalten kann. Das massive Edelstahlgehäuse wird zusätzlich mit einem Spezial-Klarlack beschichtet und auf Wunsch mit einer RAL-Farbe Ihrer Wahl. Optional ist zudem das Anbringen einer bedruckten Banderole für Werbung, Hinweise oder Ähnliches möglich. Der Schlauch ist aus kunststoffummanteltem Stahlgeflecht. MIRANDE wird manuell bedient und ist mit einem zuverlässigen Manometer ausgestattet.“

Auf dem Pumpenkopf steht BIKE Fixation. Der Hersteller schreibt: „Wenn es um Ausstattungen für Fahrradfahrer geht, dann ist BIKEFIXATION die richtige Adresse. Der Spezialist für Reparaturstationen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit das nötige Werkzeug bereitstellen, liefert mit seinen Produkten die passenden Lösungen für fahrradfreundliche Städte und Kommunen.“

Augsburgs erste Fahrraddemo über eine Bundesstraße

Ein super Video und einen informativen Bericht zur gerichtlichen Auseinandersetzung vor der Demo haben die Auxpunks veröffentlicht: https://auxpunks.uber.space/kurzer-bericht-zur-fahrraddemo-am-sonntag/

Zur Pressemitteilung des veranstaltenden Klimacamps bzw. Bürgerbündnis „Mobilitätswende Augsburg“ geht es hier entlang: https://augsburg.klimacamp.eu/pages/Pressemitteilungen/2021-06-04-B17-Demo-2.html

Dienstfahrräder der Augsburger Polizei

Fahrradpolizei Augsburg

Augsburg hat Fahrradpolizist_innen. Ich denke es ist keine Fahrradstaffel, die Räder werden nur zu besonderen Anlässen genutzt. Die Polizisten fahren hier in normaler Uniform mit gelber Warnweste und gelbem Fahrradhelm als Begleitung einer Fahrraddemo. Sie tragen keine Fahrrad-Funktionskleidung.

Fahrradpolizist Augsburg

Die Fahrräder sind mit dem Schrifzug „Polizei“ gekennzeichnet, wahrscheinlich ist dieser aufgeklebt. Weitere polizeispezifische Sonderausstattung ist nicht erkennbar.

Die Fahrräder verfügen über einen höhenverstellbaren Lenker mit der Möglichkeit der werkzeuglosen Schnellverstellung. Vermutlich werden die Räder im Pool genutzt, das heißt von verschiedenen Beamt_innen im Wechsel genutzt.

Auf einem der Fahrräder ist ein Sattel mit der Aufschrift „Women specific“, also ein Damensattel, verbaut.

Die Fahrräder haben Magura-Bremsen (hydraulisch).

Die Beleuchtung ist als Batteriebeleuchtung ausgeführt, es gibt keinen Dynamo.

Die 26 Zoll-Reifen (GEAX Tattoo) haben die Breite 2.3, sind damit für Augsburg mit Kopfsteinpflaster und Straßenbahnschienen gut geeignet. Sie verfügen über keinen Pannenschutz.

Als Schaltung ist eine Nabenschaltung verbaut, mit Grip-Shift Bedienteil. Vermutlich Shimano Nexus 7 oder 8 Gang in der einfachen Ausführung.

Die Fahrräder besitzen keine Federung, also keine Federgabel oder anderen federnde Elemente.

Abgesehen von den hydraulischen Bremsen handelt es sich bei den Fahrrädern und der Ausstattung um einfache, solide Basistechnik.

Dienstfahrrad Polizei Augsburg