Archiv der Kategorie: Fahrradfahren in Augsburg

Hermannstraße Augsburg

Dieser neue Radweg in der Augsburger Hermannstraße stadtauswärts: breit, gerade, ein Fahrradschnellweg. Kurz vor der Gögginger Brücke: abmarkierte Kurve auf den nicht so breiten Fußweg. „Fahrrad frei“: Schritt fahren, Fußgänger haben Vorrang. Der Fußweg ist oft gut besucht. Krasser Move. Von 25 auf 5 km/h.
Es ist erlaubt, auf der Straße zu bleiben bis zur Gögginger Brücke, erst dort wird die Benutzung des Radwegs verpflichtend. Die Markierung vermittelt das nicht.

Wie alles begann

Die ersten Fahrradbeiträge in diesem Blog habe ich anhand von Beobachtungen rund um den Augsburger Hauptbahnhof geschrieben und mit Fotos bebildert. Auch heute noch bietet der Bahnhofsvorplatz unzählige Fahrrad-Motive:

Holzkiste als Fahrradkorb, nur mit der Gepäckträgerklemme festgehalten, mit dem Stück einer grünen Baumarktplane als Regenschutz-Abdeckung:

Ein Fahrrad mit wirklich vielen Reflektoren und Reflektorenbändern und Batterie-Lichtern:

Ein Bahnhofsfahrrad, wie es typischer für ein Bahnhofsfahrrad nicht sein kann. Die Rücktrittbremse funktioniert immer, es sieht komplett aus, ist nahezu wartungsfrei und der Sattel aus Hartplastik ist wetterfest und robust. Da quillt kein Gel heraus, wie bei vielen anderen Bahnhofsrädern. Laut Besitzerin hat sie es von der Oma „geerbt“:

Und drei typische Eindrücke vom Fahrradabstellplatz zwischen Hauptbahnhof und Container-Geschäften bis zur Postfiliale. Das Fahrrad mit der defekten Sattelhalterung scheint noch in Betrieb zu sein…:

Fotos von der zweiten Fahrraddemo über die B17 in Augsburg

Die Route führte vom Wittelsbacher Park (Sporthalle) über die Eichleitnerstraße auf die B17, bis zur Ausfahrt Bürgermeister-Ackermann-Straße, danach in die Innenstadt zum Ulrichsplatz. Für die Mobilitätswende in Augsburg. mehr dazu auf der Seite der Organisatorin https://klimacamp-augsburg.de/.

Öffentliche Fahrrad-Luftpumpe am Königsplatz

Im Herzen von Augsburg am Königsplatz steht eine öffentliche Fahrradluftpumpe, aufgestellt von den Stadtwerken Augsburg (SWA). Sie ist sehr robust und funktioniert gut. Der hochwertige Pumpenkopf kommt ohne Gummi-Dichtungen aus. Diese würden bei der Dauerbelastung schnell kaputt gehen. Dieses Modell ersetzt zwei andere öffentliche Pumpen an anderer Stelle, die qualitativ die Belastungen nicht lange ausgehalten haben. Im Praxistest hat die neue Pumpe überzeugt.

Einziger Kritikpunkt: die Beschriftung des Manometers ist so klein, dass sie nicht ablesbar ist. Man kann sich damit behelfen, die Striche abzuzählen oder den Luftdruck per Hand zu prüfen. Dies ist bei modernen Fahrradreifen mit Pannenschutz aufgrund der dicken „Decke“ nicht zuverlässig. Auch ein zu geringer Druck fühlt sich „voll“ an.

Der Standort der Pumpe: https://goo.gl/maps/yzhraiwbg3BCmeGR6

Das Modell auf der Website des Herstellers/Lieferants RASTI: https://www.stadtmobiliar.eu/produkte/mirande/

Der Hersteller schreibt:
„Mit dem Modell MIRANDE entscheiden Sie sich für eine öffentlichen Luftpumpe, die extrem viel aushalten kann. Das massive Edelstahlgehäuse wird zusätzlich mit einem Spezial-Klarlack beschichtet und auf Wunsch mit einer RAL-Farbe Ihrer Wahl. Optional ist zudem das Anbringen einer bedruckten Banderole für Werbung, Hinweise oder Ähnliches möglich. Der Schlauch ist aus kunststoffummanteltem Stahlgeflecht. MIRANDE wird manuell bedient und ist mit einem zuverlässigen Manometer ausgestattet.“

Auf dem Pumpenkopf steht BIKE Fixation. Der Hersteller schreibt: „Wenn es um Ausstattungen für Fahrradfahrer geht, dann ist BIKEFIXATION die richtige Adresse. Der Spezialist für Reparaturstationen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit das nötige Werkzeug bereitstellen, liefert mit seinen Produkten die passenden Lösungen für fahrradfreundliche Städte und Kommunen.“

Bewertung des Verkehrsversuchs in der Frölichstraße

In der Augsburger Fröhlichstraße wurde testweise ein Fahrradstreifen in beiden Richtungen angelegt. Mit gelben Markierungen. Ich bewerte diesen Verkehrsversuch:

  • stadteinwärts wurden Parkplätze erhalten. Zwischen dem Parkstreifen und dem Radstreifen ist ein Abstand markiert. Es handelt sich um die „Door Zone“. Das ist der Bereich der sich öffnenden Autotüren bei aus- und einsteigenden Fahrer_innen. Es ist schön, dass an diesen Streifen gedacht wurde, er entspricht auch dem Standard (mit begrenzter Schutzwirkung, denn die Auto-Türen öffnen deutlich weiter als der markierte Bereich. Somit besteht ein eingeschränkter Schutz vor Autotür-Unfällen). Ein weitere Effekt der Parkplätze: die Straßenbreite reicht nur noch für einen relativ schmalen Fahrrad-Schutzstreifen. Schon mit Packtaschen oder mit einem Lastenfahrrad bleibt wenig Platz für die Pendelbewegungen, die für das Fahrradfahren notwendig und typisch sind. Ein Ausweichmanöver bei einer sich öffnenden Autotür oder einer unaufmerksam ausparkenden Fahrzeuglenkerin oder einem Fahrzeuglenker führt unweigerlich auf die Fahrspur für KFZ.
  • stadtauswärts wurden die Parkplätze gestrichen. Der Unterschied ist deutlich: eine breite Fahrradspur ohne das Risiko der Autotüren und ohne ein- und ausparkende Fahrzeuge.
  • eine unangenehme und gefährliche Stelle entstand am Ende des Radstreifens Richtung Osten (Bahnhofstunnel/Pfersee). Die PKW/LKW/Busse haben einen geraden, direkten Weg zur Ampel. Die Fahrradfahrenden werden direkt in diesen Weg geleitet. Die gleichzeitig vorhandenen weißen und gelben Markierungen erschweren die Orientierung. Die an der Ampel rechtsabbiegenden Fahrzeuge kreuzen ebenfalls den Weg.

Mein Fazit: der Verkehrsversuch könnte bei Nutzerbefragungen ein negatives Ergebnis bringen, weil der Testaufbau nicht alle Möglichkeiten für eine sichere und angstfreie Radverkehrsanlage ausschöpft. Erst eine verbesserte Gestaltung sollte die Grundlage für eine tragfähige Evaluierung sein. Eine Verbesserung vor der Kreuzung halte ich dabei für die wichtigste Maßnahme. Ob Tempo 30 noch ergänzend eingeführt wird, konnte ich nicht herausfinden. In der Stadionstraße z.B. wurde Tempo 30 erst nachträglich an einer Engstelle ausgewiesen.

Können Tempo 30 und die Verlängerung des Radstreifens die Situation verbessern? Das bedeutet, den Fahrradstreifen bis zur Kreuzung vorzuziehen und die Rechtsabbiegerspur entfallen zu lassen.

UPDATE: Ich habe einen zweiten Teil geschrieben und weitere Aspekte bewertet: Fröhlichstraße Teil 2: der „Augsburger Weg“

Augsburgs erste Fahrraddemo über eine Bundesstraße

Ein super Video und einen informativen Bericht zur gerichtlichen Auseinandersetzung vor der Demo haben die Auxpunks veröffentlicht: https://auxpunks.uber.space/kurzer-bericht-zur-fahrraddemo-am-sonntag/

Zur Pressemitteilung des veranstaltenden Klimacamps bzw. Bürgerbündnis „Mobilitätswende Augsburg“ geht es hier entlang: https://augsburg.klimacamp.eu/pages/Pressemitteilungen/2021-06-04-B17-Demo-2.html

Dienstfahrräder der Augsburger Polizei

Fahrradpolizei Augsburg

Augsburg hat Fahrradpolizist_innen. Ich denke es ist keine Fahrradstaffel, die Räder werden nur zu besonderen Anlässen genutzt. Die Polizisten fahren hier in normaler Uniform mit gelber Warnweste und gelbem Fahrradhelm als Begleitung einer Fahrraddemo. Sie tragen keine Fahrrad-Funktionskleidung.

Fahrradpolizist Augsburg

Die Fahrräder sind mit dem Schrifzug „Polizei“ gekennzeichnet, wahrscheinlich ist dieser aufgeklebt. Weitere polizeispezifische Sonderausstattung ist nicht erkennbar.

Die Fahrräder verfügen über einen höhenverstellbaren Lenker mit der Möglichkeit der werkzeuglosen Schnellverstellung. Vermutlich werden die Räder im Pool genutzt, das heißt von verschiedenen Beamt_innen im Wechsel genutzt.

Auf einem der Fahrräder ist ein Sattel mit der Aufschrift „Women specific“, also ein Damensattel, verbaut.

Die Fahrräder haben Magura-Bremsen (hydraulisch).

Die Beleuchtung ist als Batteriebeleuchtung ausgeführt, es gibt keinen Dynamo.

Die 26 Zoll-Reifen (GEAX Tattoo) haben die Breite 2.3, sind damit für Augsburg mit Kopfsteinpflaster und Straßenbahnschienen gut geeignet. Sie verfügen über keinen Pannenschutz.

Als Schaltung ist eine Nabenschaltung verbaut, mit Grip-Shift Bedienteil. Vermutlich Shimano Nexus 7 oder 8 Gang in der einfachen Ausführung.

Die Fahrräder besitzen keine Federung, also keine Federgabel oder anderen federnde Elemente.

Abgesehen von den hydraulischen Bremsen handelt es sich bei den Fahrrädern und der Ausstattung um einfache, solide Basistechnik.

Dienstfahrrad Polizei Augsburg