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Fotos von der zweiten Fahrraddemo über die B17 in Augsburg

Die Route führte vom Wittelsbacher Park (Sporthalle) über die Eichleitnerstraße auf die B17, bis zur Ausfahrt Bürgermeister-Ackermann-Straße, danach in die Innenstadt zum Ulrichsplatz. Für die Mobilitätswende in Augsburg. mehr dazu auf der Seite der Organisatorin https://klimacamp-augsburg.de/.

15.543: Augsburg hüpft vor Freude

Fahrradstadt Augsburg Radentscheid Bürgerbegehren
Radbegehren Augsburg

Die Unterschriftensammlung für die Zulassung des Augsburger Bürgerbehrens (Radbegehren) „Fahrradstadt jetzt“ (https://www.fahrradstadt-jetzt.de/) wurde ausgezählt. 15.543 Unterschriften kamen zusammen, das reicht dicke. Aber sie werden bei der Stadt noch nicht eingereicht. Warum? So ein Bürgerbegehren darf aus rechtlichen Gründen nicht konkret einzelne Maßnahmen benennen. Die Initiatoren verhandeln schon eine Weile mit der Stadtregierung für einen verbindlichen Katalog von gezielten Maßnahmen, die auch in Corona-Zeiten finanzierbar sind.

Hier die Veröffentlichung des Bündnisses für die Fahrradstadt:

🚲 💙 15543 mal Ja zur Fahrradstadt 💙 💪 🧡

Ja, wir sind viele, die in einer echten Fahrradstadt leben und sich nicht nur Jahr für Jahr vertrösten lassen wollen. Deshalb haben wir das Bürgerbegehren #FahrradstadtJetzt gestartet. Am 1. März haben wir auf dem Rathausplatz bei der großen Klima-Demo mit dem Unterschriftensammeln begonnen. Und mehr als 1000 haben gleich am selben Tag unterschrieben. Bis November haben wir gesammelt, haben mit Tausenden Augsburger*innen gesprochen und sie von unseren Forderungen überzeugt. Das Ergebnis ist beeindruckend: 15543 Augsburger*innen sagen Ja.

🚲 Ja, für eine Fahrradstadt, die erlebbar ist

🚲 Ja, für eine Fahrradstadt, die Lebensqualität bringt

🚲 Ja, für eine Fahrradstadt, die mehr Platz schafft fürs Rad.

Mit 15543 Unterschriften haben wir die nötige Mindestzahl (Quorum) für ein Bürgerbegehren um über 40% übertroffen. Jetzt könnten wir unsere Kartons mit allen Unterschriften im Rathaus abgeben. Aber wir wollen noch abwarten: die Stadtregierung hat uns zu Gesprächen eingeladen. Für uns sind die Gespräche sinnvoll, weil die Forderungen im Radentscheid fast nur abstrakte Regeln enthalten aber keine konkreten Projekte. Das hat juristische Gründe, die wir akzeptieren mussten. Bei den Verhandlungen geht es darum, die praktische Umsetzung unserer Forderungen festzuklopfen. Das bedeutet, dass wir mit der Stadtregierung konkrete Baumaßnahmen festlegen und dafür sorgen, dass das dafür nötige Geld und Fachpersonal bereitsteht.

Wir halten Euch auf dem Laufenden. Im Januar, spätestens Februar, wissen wir, ob die Verhandlungen zu einem Konsens führen, der das bestmögliche Ergebnis im Sinn unserer gemeinsamen Ziele darstellt. Drückt uns die Daumen, es bleibt spannend.

es funktioniert nicht

ich bin das erste Mal an dieser neu gestalteten Stelle in der Stadionstraße mit dem Schutzstreifen gefahren und es gab das erste Problem. Die Verkehrsinsel ist weithin sichtbar, ich und mein Lastenrad sind es auch. Es war tagsüber und hell. Ich war mit 25 km/h unterwegs. Es gilt Tempo 30. Der Autofahrer erreicht mich kurz vor der Insel und setzt vor der Engstelle trotzdem zum Überholen an. Erst im letzten Moment kann er einschätzen, dass das zu knapp wird, und bremst hinter mir ab. Das ist Stress für einen Fahrradfahrer/eine Fahrradfahrerin.

Das Foto ist von der Bürgeraktion Pfersee, noch ohne Tempo 30 Schild und blauen Pfeil auf der Insel:
http://www.pfersee.de
https://de-de.facebook.com/buergeraktion.pfersee/

Vielleicht überfordert die Situation manchen Verkehrsteilnehmer, da vier Anforderungen zusammenkommen: Reduktion auf Tempo 30, eine Verkehrsinsel, eine Engstelle und ein Fahrradfahrer. Auf einer schnurgeraden Straße, die ansonsten ohne Hindernisse zu bewältigen ist.

bunt vs. grau

Heute gabe es eine kleine Demo in Augsburg. Der Einfachheit halber hänge ich den Text der Organisatoren ganz unten an. Die Polizei sperrte die Kreuzung für KFZ zwischen 15:30 und 16:00 mehrfach, jeweils nur für wenige Minuten. Die Geduld der Wartenden war überschaubar, schnell drehten einige ab und suchten sich lange Umwege. Auf den Fotos sieht man, wie bunt das Fahrradleben ist und wie gleichförmig die Schlange der modernen PKW.

Hier ist der Text zur Demo: Wir bauen symbolisch einen Kreisverkehr auf. Warum? Hier die gemeinsame Erklärung mit dem Klimacamp, dem ADFC, dem Forum Augburg lebenswert und dem Radentscheid:Fahrradstadt: wo bleiben 2020 die Volltreffer? unter dem Titel „Fahrradstadt 2020“ schickte sich Augsburg 2012 an, in die Championsleague des umweltfreundlichen Verkehrs aufzusteigen. Auf halber Strecke ging die Puste aus und man strich kurzerhand die Jahreszahl aus dem Ziel: Fahrradstadt irgendwann. Dennoch bietet die symbolträchtige Jahreszahl einen guten Anlass, die Chancenverwertung in diesem Jahr auf den Prüfstand zu stellen.Nach langer – jahrzehntelanger – Vorarbeit durch zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen entschloss sich die Stadt zu einer Aktion am als Angströhre berüchtigten Pferseer Tunnel: seit den Frühjahr signalisieren dort zwei Schilder Tempo 30. Grund zu uneingeschränktem Jubel? „Leider nein“, urteilt Petra Kammerer von der Bürgeraktion Pfersee, „es wirkt auf mich so, als hätte man nur das Allernötigste getan. Warum keine deutlichere Kennzeichnung, etwa mit einem farbigen Hinweis auf der Fahrbahn oder Smileys, die die tatsächliche Geschwindigkeit anzeigen. Warum beschränkt sich das radfreundliche Tempo auf den Tunnel? Im weiteren Verlauf bis zur Luitpoldbrücke passieren zu viele Unfälle, da muss auch Tempo 30 her. Auch die parkenden Autos machen es gefährlicher. Ich fordere Nachbesserungen“.Beim Ausbau der Infrastruktur für Autos spielt Augsburg durchaus bei den Großen mit. So bekam die Stadionstraße vom TVA bis zur Schießstättenstraße im Hochsommer einen neuen Belag. Die Strecke wurde für einige Wochen gesperrt und die Baufahrzeuge rückten an. Eine gute Vorlage um auch etwas für den emmissionsfreien Verkehr zu tun und den geplanten Kreisverkehr an der Kreuzung zur Schießstättenstraße und Perzheimstraße umzusetzen. Verwandelt? Leider nein. „Wir vom ADFC hätten es so gerne gesehen, wenn man wenigstens eine der geplanten Radachsen endlich durchgehend fertig gestellt hätte. Der Kreisverkehr an dieser Stelle würde eine wichtige Lücke in der Achse III schließen. Wir können nicht nachvollziehen, warum dies bis zur Umsetzung der Linie 5 warten soll.“ so Almut Schwenke vom ADFC-Vorstand und vom Bürgerbegehren „Fahrradstadt jetzt“.Immerhin ein Abstauber gelang bei der Ertüchtigung der Stadionstraße: es gibt jetzt Schutzstreifen für Radfahrer auf beiden Seiten. Endlich ein Volltreffer? Wieder nicht. „Ich finde es gut, dass sich jetzt mehr Leute mit dem Rad auf diesen Straßenabschnitt trauen. Die Autos fahren langsamer“ beobachtet Ingrid Schaletzky, die sich im Forum Augsburg lebenswert und im Seniorenbeirat engagiert. „Aber bei der Verkehrsinsel sehe ich ein großes Gefahrenpotential. Da endet der Schutzstreifen einfach unvermittelt. Wenn hier Autofahrer, die sich nicht auskennen, auf unsichere Radfahrer stoßen, kann es leicht zu brenzligen Situationen kommen. Gerade für die ganz Kleinen und die reiferen Jahrgänge bedeutet das Rad ein wichtiges Stück Freiheit. Das setzt eine sichere Infrastruktur voraus. Und diese hat hier eine gefährliche Lücke“.Das Klimacamp spielt bundesweit in der ersten Liga. Als erstes seiner Art hat es Aktivisten in vielen anderen Städten inspiriert, auf diese Weise auf klimafreuliches Handeln zu drängen. „Den konsequenten Umstieg aufs Rad sehe ich als schnellste und effektivste Möglichkeit an, wie Augsburg seinen Teil zur Erreichung der vereinbarten Klimaziele beitragen kann“, so Janika Pondorf vom Klimacamp. „Warum läuft das alles so halbherzig? Warum immer wieder die faulen Kompromisse mit den CO2-Schleudern? Bitte, bitte eine Fahrradstadt jetzt, aus einem Guss, die den Namen verdient.“

Maxstraße: Geschäftsleute wollen nicht jeden Kunden

Die Innenstadt-Händler jammern, dass wegfallende Parkplätze ihre Geschäfte gefährden. Aber die Geschäftsinhaber sind wählerisch, wollen nicht alle Kunden. Dazu ein Auszug aus der AZ: „In der Maxstraße ist an diesem Tag kein Tier-Scooter [Anm: E-Scooter der Firma „Tier“] zu sehen. Und das ist gut so, wie sein Chef Oguzhan Tasli erklärt. ‚Wir haben uns aus der Maxstraße zurückgezogen, weil das ein Anliegen der Bürger und Geschäftsleute war. Wir versuchen, auf so etwas einzugehen.'“

Wahrscheinlich fürchten sich die Geschäfte auch davor, dass irgendwann die gesamte Maximilianstraße voller Kundenfahrräder steht. Zumindest alte, rostige Fahrräder oder Billig-Mountainbikes mit Y-Rahmen oder Klappräder der 70er-Jahre dürften das Geschmacksempfinden der „Bürger und Geschäftsleute“ stören. Nur mit einem Fahrrad der Klasse VanMoof wird man vor dem teuren Laden gerne gesehen.

Quelle: https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/E-Scooter-Wie-dieser-Mann-das-Roller-Chaos-verhindern-soll-id58308801.html

E-Scooter Maximilianstraße Augsburg (Symbolbild)