Es sind die Details

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Augsburg möchte Fahrradstadt werden. An allen Ecken und Enden gibt es Verbesserungsbedarf an der Radverkehrsinfrastruktur. Die Stadt baut um und baut neu. Die beste Lösung wurde es bisher an keiner Stelle, geschuldet dem Kompromiss mit dem Status quo der automobilen Vorherrschaft. Die Kritik an den baulichen Maßnahmen ist hörbar. Dabei sind Kompromisse durchaus akzeptabel. Augsburg wird bis 2020 nicht ein zweites Kopenhagen sein, diese Rolle als weltweit führende Fahrradstadt wäre zu viel erwartet.

Ärgerlich sind schlecht gemachte Details, die zu einer negativen Gesamtbewertung führen, weil sie täglich erlebt werden. Sie sind ein nicht zu unterschätzender Aspekt für die Wahrnehmung und Bewertung der städtischen Bemühungen. Ein Beispiel: eine Ampel für Fahrradfahrer*innen, die viel zu hoch hängt. Beim Warten an der Haltelinie ist sie ohne Verrenkung nicht mehr erkennbar (Theodor-Heuss-Platz). Dabei gäbe es kleine hüfthohe Fahrradampeln, wie sie zum Beispiel an der Stadttheater-Kreuzung montiert sind.

Selbst bei einem guten Gesamtnetz an Fahrradwegen und vollständigen „Achsen“ durch die Stadt werden diese Details ein Ärgernis bleiben. Neben dem Blick auf das große Ganze sollte sich bei den Planern mehr Detailliebe entwickeln. Sie bedarf der Kombination aus fachlicher Kenntnis und praktischen Erfahrungen. Zusätzlich ist der Wille notwendig, dem Detail die nötige Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen. Wichtig sind außerdem eine ausgeprägte Kritikfähigkeit und die Bereitschaft, Fehler zu beseitigen.

Augsburgs Fahrradlandschaft braucht Liebe zum Detail schon bei Planung und Bau. Und zwar jetzt, solange sie noch etwas bewirken kann.

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