Murks, neu gestrichen

Augsburgs wahnwitzigster Radweg wurde im Rahmen des Projekts „Fahrradstadt 2020“ neu gestrichen. Er wurde nicht verbreitert. Er wurde mit einem Eimer Farbe in seiner alten Form bestätigt.

Anfangs ist die Radspur nur schulterbreit, später passt noch eine Handbreit rechts und links neben das Fahrrad. Mit einem Anhänger oder Lastenfahrrad bleibt kein Spielraum. An der Ampel bergauf anfahren müssen, das geht praktisch nicht ohne fahrradtypische Pendelbewegungen. Gefangen zwischen vier Spuren hat man nur eins: Angst. Vor allem, wenn breite Fahrzeuge wie ein Bus vorbeiziehen. Diese Spur ist nur für Wagemutige.

An den Schatten erkennt man, wie schmal das ist. Die Fotomontage zeigt die übelste Konstellation.

Eine Autospur weniger und dafür ein entsprechend breiter Radstreifen – das wäre an dieser Stelle die Lösung gewesen, um Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen aller Alters- und Fahrkunstklassen einzuladen, ihn zu benutzen.

Augsburg kann Fahrradstadt werden – allerdings nicht so.

Es ist die Gögginger Straße stadteinwärts vor der Gögginger Brücke. Ich habe 2010 schon einmal darüber geschrieben: Wahnwitziger Augsburger Radweg: Null Raum für Fehler – und kein Entkommen

radspur augsburg

Update, drei Facebook-Kommentare zu diesem Artikel:

  • „Die einzige Linksabbiegespur für Radfahrer in Augsburg an der Gögginger Brücke, ist wirklich nur für extrem mutige Radler. Zuerst muß man sich überhaupt erst mal trauen, vom Radweg plötzlich über zwei Spuren in die Mitte der Straße zu schwenken und wenn man dann an der Ampel Rot steht, donnern direkt neben Dir die Autos, Buse, LKWs geradeaus vorbei. Das ist Gänsehaut-Feeling pur!“
  • „nutze den weg ab und zu. jedesmal ein adrenalinschub. kann man bald bei jochen schweizer buchen“
  • „Nicht für alles Geld der Welt würde ich diesen Radweg benutzen, reiner Selbstmord“

Und ein Foto von einem Lastenfahrrad an dieser Stelle. Es ist etwas breiter als ein „normales“ Fahrrad.

gif

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