Archiv für den Monat August 2014

rad[irr]wege – ein Augsburger Blog für vermurkste Radverkehrsanlagen

radirrwege

Die Blog-Plattform Tumblr eignet sich gut für übersichtliche, fotolastige Blogs. Neben dem neuen „Things on Augsburgs Lanes“ gibt es dort einen ebenfalls jungen Augsburger Blog zu rad[irr]wegen. Der Blogger fotografiert und kommentiert Stellen, die für Augsburger Fahrradfahrer/innen unangenehm, uneindeutig oder unfahrbar sind.

Viel Spaß beim Stöbern und Staunen: http://allseasoncommuters.tumblr.com/.

Augsburger Stadtautobahn

karlstrasse augsburg

Die Augsburger Innenstadtdurchschneidung Grottenau – Ludwigstrasse – Karlstrasse ist vierspurig. Schon lange. Rechts und links Parkbuchten/-streifen. Dazu Fußwege.  Der Stadtrat beschloss, Fahrradstreifen einzurichten. Aber die Vierspurigkeit musste aus politischem Willen erhalten bleiben, ebenso die Parkzonen.

Die Folge:

  • schmale Parkbereiche, in denen SUVs und Laster in den Radweg hineinreichen, selbst wenn sie ganz rechts parken.
  • kein Sicherheitsabstand der Radspur zu den Parkbuchten, wie er aus Sicherheitsgründen empfohlen wird. Die Radler bewegen sich im Öffnungsbereich der Autotüren.
  • der Radstreifen erreicht in seiner Breite und Ausgestaltung nicht an allen Stellen die Empfehlungen für moderne Radverkehrsanlagen.

Dieses Bild ist symptomatisch für die Augsburger Verkehrspolitik. Man möchte 2020 Fahrradstadt sein, aber dem Automobilverkehr nichts wegnehmen. Dann kommt so etwas dabei heraus.

Karlstrasse radstreifen

Eine Reduzierung auf zwei Spuren hätte unabhängig vom Fahradverkehr eine höhere Aufenthaltsqualität bedeutet. Der nördliche Teil der Innenstadt wäre nicht mehr so abgeschnitten vom Zentrum. Diese Stadtautobahn im Geiste der 60er Jahre ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Wieder hat Augsburg eine Chance verpasst.

„Sachen auf Fahrradwegen“

thingsonbikelanes

„Things on bike lanes“ nennt sich ein bekannter Hamburger Blog, der Gegenstände auf Fahrradwegen dokumentiert, die das Radeln behindern. Neben Autos sind das Baustellenschilder und vielerlei anderer Krempel, zum Teil skurril anmutend: http://thingsonbikelanes.tumblr.com/post/91283569280

Augsburg hat jetzt auch so eine Sammelseite. Things on Augsburgs Lanes: http://thingsonbikelanes-aux.tumblr.com/. Sie wird zuverlässig wachsen, am Engagement der Macher fehlt es nicht und an „Sachen auf Fahrradwegen“ in Augsburg sowieso nicht. Nutzer können auch eigene Bilder hochladen.

 

Hobo Holzvergaser-Kocher

Ein Hobo ist ein amerikanischer Wanderarbeiter. Hobos nutzen Güterzüge, um durchs Land zu reisen. Sie benötigen auf ihren Reisen eine Kochmöglichkeit, bei der mit wenig Brennmaterial, oft auch feuchtem Holz, gekocht werden kann. Der Kocher soll außerdem einfach herzustellen sein. Der „Hobo-Holzvergaser“ kann das. Mir haben Fahrradteile beim Bau geholfen.

In der kleinen Dose brennt unten das Feuer. Es entstehen Rauchgase. Durch die oberen Löcher der kleinen Dose strömt Sauerstoff, der durch den Kamineffekt in der äußeren Dose nach oben gesaugt wird. So entsteht dort eine zweite Verbrennung, die man im Betrieb deutlich erkennen kann. Die Vorteile: weniger Rauchentwicklung, sehr effektive Verbrennung, wenig Asche.

Große leere Konservendosen bekommt man am besten beim Pizza-Service. Kleine Dosen kann man im Supermarkt kaufen und leer essen. Für den Henkel eignen sich Fahrradschutzblech-Halter, für das Kreuz nehme ich zwei alte Speichen mit Nippel. Für den Kocheraufsatz verwende ich Schutzabdeckungen vom Fahrrad (für das Kettenblatt oder das Ding zwischen Ritzelpaket und Speichen) aus Metall.

In Anleitungen steht, dass man diese Kocher mit einem Taschenmesser bauen kann. Mit einem Kegelbohrer und Metallbohrern geht es leichter und schneller.

Die Bauschritte:

  • kleine Dose: im Boden und unten an den Seiten Löcher für die Luftzufuhr bohren. Zwei Zentimeter unterhalb des oberen Randes weitere Löcher für die sekundäre Verbrennung bohren. Die Dose verbiegt sich beim Druck des Bohrers. Deshalb fülle ich sie beim Bohren so dicht wie möglich mit Holzstücken.
  • große Dose: Boden nach oben. Mit dem Kegelbohrer die Löcher für die Luftzufuhr unten an den Seiten anbringen. Dann kann der Kocher auch auf einem festen Untergrund, z.B. Asphalt, betrieben werden. Oben nun eine Öffnung schneiden/bohren. Nicht ganz so groß wie die innere Dose. Jetzt Einschnitte setzen, damit Laschen entstehen, die nach innen gebogen werden, um die innere Dose zu fixieren.
  • Die innere Dose soll nicht herausfallen. Deshalb mit zwei Speichen ein Kreuz bilden. Auf der einen Seite dient der Nippel als Befestigung, die andere Seite biege ich um.
  • für den Henkel an den Enden des Bogens jeweils Haken biegen und in die Dose einhaken.

Eine ähnliche Variante ist der „Rocket Stove“: http://en.wikipedia.org/wiki/Rocket_stove