Ganz wichtig: zuerst klappen, dann einsteigen

klapperkiste (4)

Bei meiner ersten Klappradmitnahme in der Straßenbahn habe ich heute einen Anschiss kassiert, mit Androhung, raus zu müssen. Was war passiert? Ich habe einen Fehler gemacht. Der Klappmechanismus war schon geöffnet, das Rad beim Einsteigen aber noch gerade gerichtet. Es ist so leichter zu heben, auf dem Foto sieht man, warum. Ich bin ganz hinten eingestiegen, die hintere Türe ist schmal. Innen wurde ich bei der Platzsuche mit einer lauten, unfreundlichen Ansprache über 25 Meter erwartet. „muss draußen geklappt werden … entweder jetzt sofort …oder raus… Auf spätere Nachfrage nach dem Grund der Verärgerung kam heraus, dass der Fahrer sich wünschte, „die Fahrgäste mit Fahrrädern würde nicht hinten einsteigen“. Der Einstieg beim Fahrer ist keine Pflicht. Für ihn ist es wahrscheinlich leichter, wenn er nicht über große Distanz kommunizieren muss, sobald ein Fahrgast gegen Regeln verstößt. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass er mich dann so begrüßt hätte: „ich freue mich, dass Sie sich für unser neues Angebot der Faltradmitnahme entschieden haben, aber bitte achten Sie beim nächsten Mal darauf, es vor dem Einstieg einzuklappen“.

Die Stadtwerke hätten gerne noch weitergehende Zugeständnisse für Fahrradfahrer gemacht. Zum Beispiel eine Größenbeschränkung auf 20 Zoll ohne Klappzwang. Dann hätten auch BMX- und Kinderfahrräder transportiert werden können. Das scheiterte am Widerstand der Fahrer, die eine starke interne Machtposition haben. Dieser innere Konflikt zeigt sich im Alltag, wenn die Stadtwerke Service bieten wollen und die Fahrer das nicht mittragen. Wie die Stadtwerke das Projekt nach der Einführungsphase bewerten, hängt auch vom Feedback und der Bewertung der Fahrer ab. Heute wird er sicher einen Strich bei „hat nicht gut funktioniert“ in seiner gedanklichen Strichliste setzen. Das gilt allerdings auch für meine Bewertung.

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