Ein Engel

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Die Angst vor der Panne ist groß. Beim Auto sowieso, beim Fahrrad immer mehr. Der „Platten“, also ein Luftverlust im Reifen, ist beim Fahrrad die größte Gefahr. Wer hat denn heutzutage Werk- und Flickzeug dabei? Wer kann das im Pannenfall auch benutzen?

Hier schlägt die Stunde der großen Fahrradreifenhersteller. Deren pannensichere Mäntel werden immer ausgereifter. Das führt zu enormen Preisen. Nagelsichere Winterbereifung kostet inzwischen bis zu 49,99 Euro pro Reifen (z.B. der Continental TopContact Winter II 26 x 1.90 Zoll).

Zum Vergleich: ein brauchbarer PKW-Reifen in der durchschnittlichen Größe 175/60/15 ist ab 50,49 Euro zu haben (z.B. der Maxxis MA PW PRESA SNOW).

Nur noch 50 Cent Unterschied!

Wann werden die ersten Fahrradreifen mit Stickstoff als Reifengas gefüllt? Wann kommt die DOT-Nummer mit dem Herstellungsdatum auf dem Fahrradreifen, mit Empfehlungen für Wechselintervalle? Wann wird die Winterreifenpflicht für Fahrräder erlassen? Lohnt sich bald die Runderneuerung eines Fahrradmantels?

Bald werden die ersten Fahrradmanteldiebstähle in den Polizei-Pressemeldungen auftauchen. Gebrauchte Gummis werden zum Flohmarkt-Gold. Pirelli wird einen Fahrradreifenkalender herausbringen. Der große ADFC-Fahrradreifentest wird zum wichtigsten Qualitätsindikator, die Industrie zittert jährlich vor dem kritischen Urteil der unabhängigen Tester. In einigen Städten wird Flüsterasphalt auf Fahrradwegen eingesetzt.

Zuletzt kommt der neue, dank Hohlraum-Schaum-Technologie ultraleichte Vollgummireifen für absolute Plattfußsicherheit. Mit steigenden Stückzahlen wird dessen Preis dann wieder auf ein vernünftiges Maß sinken. Über 14,95 Euro hört der Spaß nämlich auf.

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