Autopanne

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Mal wieder eine Autopanne. Richtig gelesen. Auto. Panne. Mit einem geliehenen Auto. Zwei Kilometer nach der Abholung. Irgendwas mit dem Automatikgetriebe stimmt nicht. Bei einem Auto mit erst 54.000 Kilometern. Die Schaltung steckt auf „D“ fest, das Auto lässt sich auf „D“ nicht wieder starten.

Ich stehe also am Samstag Abend kurz vor 20.00 Uhr auf einem Parkplatz und rufe den ADAC an. Eine Hotline: „drücken Sie die 1, wenn Sie …“ Die Dame ist zunächst freundlich, fragt die Daten ab. Als ich ihr keine Hausnummer nennen kann, wird sie patzig. Die müsse sie eingeben. Ich frage im nächsten Laden nach und kann sie befriedigen. Die ADAC-Dame sagt, innerhalb der nächsten 60 Minuten komme ein Helfer, er würde vorher anrufen.

Ich ziehe meine Schuhe aus und beginne die Füße zu massieren, die kalt und kälter werden. Es ist dunkel, ich bin allein und fühle mich so richtig mies und mieser.

Nach 1:20 Stunden ohne Ergebnis wähle ich erneut die Hotline-Nummer. Drei Mal, immer Warteschleife. Um 21.25 komme ich durch: der „Gelbe Engel“ sei um 21.17 losgefahren. Um 21.40 ist er dann da, ohne vorherigen Anruf. Egal, er ist nett, kann aber nicht helfen. Der Seilzug vom Automatik-Wählhebel zum Getriebe ist gerissen. Der Pannenhelfer schleppt mich ab, vor die nächste Werkstatt. Ich lasse die Karre also dort stehen und laufe nach Hause. Der (private) Verleiher wird sich um die Reparatur kümmern, ich kann ja nichts dafür.

Ich will kein Auto mehr besitzen. Es ist, besonders in solchen Situationen, ein Klotz am Bein. Ich bin abhängig von einer Hotline, die nicht mir hilft, sondern der ich helfen muss, weil sie ohne Hausnummer nicht funktioniert. Ich bekomme ein kaputtes Auto nicht ohne fremde Hilfe weg. Ich bin gebunden an die Werkstatt, die das Ding wieder repariert. Einen Schaden, den man nicht mal sehen kann, weil er irgenwo innendrin liegt. Wenn es wenigstens irgendwo gefunkt oder geknirscht hätte.

Überraschendes Detail: der Wählhebel steckte zunächst kurzzeitg auf „P“ wie Parken fest. In der Bedienungsanleitung fand ich folgenden Hinweis (sinngemäß): „wenn der Hebel auf „P“ feststeckt, die Schalt-Abdeckung entfernen und einen zusätzlichen Knopf in der [normalerweise nicht sichtbaren] Technikabteilung der Schaltung drücken und den Hebel lösen“  WOW, dieses Problem scheint also bereits bekannt, aber nicht gelöst zu sein. Ich habe mir einen Schraubenzieher ausgeliehen, die Abdeckung weggehebelt und diesen Notbehelf tatsächlich erfolgreich durchgeführt.

Update: die Werkstatt hat die Erstdiagnose bestätigt. Gerissener Seilzug. Und weil das bei diesem Automodell scheinbar öfter vorkam, bietet der Hersteller inzwischen ein verstärktes Ersatzteil an. Reparaturkosten gesamt: 380 Euro.

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