Augsburg und seine Radverkehrsförderung

augsburg fahrradBild: "Augsburg-Rad" vom 
Fahrradladen Dynamo Augsburg im "goldenen Saal".

… Augsburgs Radverkehrsförderung, so wie ich sie erlebe …

Vor 2011 bestimmten zwei bauliche Schwerpunkte die Diskussion: die Pferseer Bahnhofsunterführung und die fehlende Ost-West-Achse durch die Grottenau. Dazu gabe es jährlich im Frühjahr Schwerpunktkontrollen der Polizei zu Geisterradlern, Rotsündern und Fußwegradlern.

Im Frühjahr 2011 bildete sich eine vom Freistaat finanziell unterstützte Initiative „Fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ mit über 30 Mitgliedern. Augsburg machte nicht mit.

Daraufhin gab es schlechte Presse. Der öffentliche Druck führte dazu, dass die Stadtregierung sich im Februar 2012 nachträglich anmeldete. In der Folge präsentierte sich sich als GRÜNDUNGSMITGLIED. Sachlich ist das nicht angreifbar, denn der Verein „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ wurde erst am 17. Februar 2012 gegründet.

Von der Öffentlichkeit gezwungen legte die Stadt Augsburg nun ein Programm „Fahrradstadt 2020“ auf. Im Wahlkampf für 2014 sicher kein schlechtes Thema, um grün orientierte Wähler zu binden. Ein Risiko aber für die „Autofahrerpartei“ CSU. Oberbürgermeister Dr. Gribl bentonte dann auch bei der Stadtradeln 2012 Abschlussveranstaltung, dem Autoverkehr nichts wegnehmen zu wollen. Es solle keinen Verteilungswettkampf geben, sondern ein Miteinander.

Für die Kampagne „Fahrradstadt 2020“ sollen mehrere Millionen Euro investiert werden, vor allem in die Infrastruktur. Davor steht jedoch erst ein Konzept, das die städtische Verwaltung erstellen soll: Bestandsaufnahme und Erarbeitung eines Fahrplans. Für dieses Konzept waren im Haushalt 2013 gerade einmal 50.000 Euro vorgesehen, die nun vom Stadtkämmerer als Sparmaßnahme vorerst gestrichen wurden.

Vor dem Hintergrund, dass die aktuelle Stadtregierung das Thema nur widerwillig, zummindest nicht mit dem Herzen verfolgt, wundert diese Entscheidung nicht. Es vergeht leider die Chance, schon 2013 wirksame Sofortmaßnahmen einzuleiten, die nicht einmal viel Geld kosten: am wichtigsten wäre eine regelmäßige städtische Bekenntnis zur Initiative und eine daraus folgende positive Presseberichterstattung über kleine und große Veränderungen zu Gunsten des Radverkehrs.

Beispiele für relativ einfache Maßnahmen:

  • Kampagnen der Polizei für mehr Achtsamkeit gegenüber Radfahrern
  • Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht an geeigneten Stellen
  • Wiederbelebung der Augsburger Fahrradsternfahrt

Hinweis: Dieser Beitrag schildert meine persönlichen Wahrnehmungen, Erfahrungen und Erkenntnisse. Er ist unter Umständen lücken- oder fehlerhaft. So nennt z.B. die lokale Agenda 21 ihren Festakt im März 2011 als erstmalige Nennung der Vision “Fahrradstadt 2020″.

P.S. Im Artikel „Bahn frei für den Grottenau-Radweg“ wird Janos Korda vom ADFC zitiert: Die Grottenau sei inzwischen die einzige große Verkehrsachse, die über keinen Radweg verfüge. Das ist falsch. Die gerade umgebaute Schaezlerstraße als Nord-Süd-Achse hat gerade ihren Radweg verloren. So wird man keine Fahrradstadt!

Links:
http://wirbelnuss.de/die-vision-fahrradstadt-2020/
http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Radfahren-Schlechte-Noten-fuer-Augsburg-id23992541.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/ADFC-Das-Rad-ist-unschlagbar-id22145866.html

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Bahn-frei-fuer-den-Grottenau-Radweg-id24249956.html
http://www.augsburg.de/index.php?id=29695&tx_ttnews[tt_news]=8764&cHash=54f3a1b79f69d8e189da031d2b58cc7d
http://www.linusfoerster.eu/?p=1162
http://www.agfk-bayern.de/

Advertisements