Auseinandersetzungen über Anti-Auto-Konzepte

meinung

Ich lese Streits darüber, mit welcher Strategie man die Autofahrer am besten konvertieren kann. Und welche Kampagne zu verteufeln ist (vor allem die krawalligen Aktionen, von der Critical Mass bis zu den selbst ernannten Kampfradlern). Ist es wirklich sinnvoll, seine Energie für Kämpfe über die Deutungshoheit zu verwenden?

Ist es nicht herrlich, wie simpel das Fahrradfahren ist? Fast jedes Kind kann es, fast jeder Erwachsene. So ganz ohne Führerschein und technisches Verständnis. Dennoch ist es nicht die Nr. 1 unter den Verkehrsmitteln. Zu langsam für die Wirtschaft, zu unbequem für den Wohlstand, in dem wir leben.

Warum? Weil die Versprechen von Freiheit und Freizügigkeit so unwiderstehlich sind. Weil, wie ein Verkehrsforscher sagt, das Automobil an tiefen evolutionären Schichten ansetzt:

„wer ist mit dem geringsten körperlichen Aufwand der Schnellste, Größte, Stärkste? Der hat evolutionär die besten Entwicklungschancen. Das macht das Kraftfahrzeug so imposant“ (frei nach Prof. Dr. Hermann Knoflacher).

Das geht ins Psychologische, das ist nicht rational. Also macht, was euch Spaß macht und protestiert so, wie ihr es für richtig haltet. Jeder für sich, allein oder in Gruppen.

Wer weiß, ob wir überhaupt gegen den richtigen Gegner antreten. Ist es der SUV-Nachbar, ist es Herr Ramsauer, oder sind es die Auto-Mütter? Sind es Drängler, Huper oder Fußwegparker? Die KFZ-Industrie? Die Weltwirtschaft? Oder sind wir es am Ende selbst?

Advertisements