Archiv für den Monat Dezember 2011

Weil es mir gut tut

Ich habe mein Auto vor 4 Jahren nicht wegen des Geldes aufgegeben. Nicht wegen der Umwelt. Es fühlte sich nicht mehr richtig an. Zu viel Aufwand und Ärgernisse, das alte Auto zu betreiben. Es band meine Gedanken und meine Zeit.

Über die möglichen Alternativen und Konsequenzen wusste ich wenig. Ich probierte es einfach aus. Das alte Auto war tüvfällig und schrottreif; ich habe es vernichten lassen. Ersatz hätte ich schnell beschafft. Jetzt oder nie!

Ich kaufte Streifenkarten für die tägliche kurze Zugfahrt zum Arbeitsplatz und verwendete ein altes Damenrad für den Alltag.

Die erste positive Erfahrung: ein Arbeitsweg ohne Kurbelei am Lenkrad, keine technischen Probleme, kein Tankstellenfrust. Einfach in den Zug setzen und abschalten. Bei aller Misere des deutschen Zugverkehrs: dieser Effekt ist bis heute geblieben. Eine Autofahrt kürzlich im Berufsverkehr erinnerte mich sofort an die damaligen Nöte.

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Speichendynamo

Fotografiert am Lastenrad der Bikekitchen Augsburg

Kein Nabendynamo, kein Seitenläufer-Dynamo. Ein Speichendynamo. Auf der Achse sitzend. Per Mitnehmer von den Speichen angetrieben. Mit innenliegendem Riemenantrieb für den kleinen Generator.

Hat sich nicht durchgesetzt. Es gab wohl Probleme mit dem innenliegenden Riemen. Vielleicht auch wegen der vergleichsweise dicken Optik.

Kann durch Ausklappen des schwarzen Mitnehmer-Pfeils ausgeschaltet werden.

Robert Andreas Dallwitz

Robert Dallwitz ist Aussteiger. Seit 15 Jahren ist er mit Fahrrad und selbst gebautem Anhänger in Deutschland unterwegs. Das Besondere an seinem grünen Fahrradanhänger: er dient als „Wohnwagen“ und wetterfeste Unterkunft.

Die Ablehnung des modernen – von Konsum und Habgier geprägten – Lebensstils hat ihn (laut einem Zeitungsbericht) dazu veranlasst, die Gesellschaft zu verlassen.

Andreas von www.nutzrad.de hat ihn persönlich getroffen und mir die interessanten Bilder des Gespanns geschickt. Vielen Dank.

Schmuck aus Fahrradteilen # 1: ein Ring

Ein Ring aus einem Fahrradschlauch mit Ventil. Nimm einen Rennradreifen mit geringem Volumen, damit der Ring gut sitzt. Schneide einen 1,5 Zentimeter breiten Streifen mit dem Ventil ab. Stecke ihn auf den gewünschten Finger. Sitzt er zu locker? Schneide den Schlauch auf, schneide ein Stück raus und klebe ihn wieder zusammen.

Tipp 1: gestalte verschiedene Varianten bzw. suche Dir deinen Lieblingsventiltyp aus: Dunlop, Sclaverand oder Schrader.

Tipp 2: sieht an Damenhänden und in fahrradtypischer Umgebung (Bikefest) am besten aus.

Ergänzung, Tipp 3: besorge Dir farbige Ventilkappen. Zum Beispiel für jeden Wochentag eine andere Farbe.

Sport mit Fahrradteilen # 1: Expander bzw. Gummi(thera-)band

Fahrradschläuche haben unterschiedliche Dehnungsgrade. Such Dir einen Schlauch mit großer Dehnung.

Entferne das Stück mit dem Ventil. Schneide den Schlauch der Länge nach auf, so dass er breiter wird.  Wasche ihn per Hand oder mit der Waschmaschine. Damit geht das Talkum (der weiße Puder) ab, der das Band vor dem Zusammenkleben bewahrt. Talkum ist beim Einatmen auf Dauer gesundheitsschädlich.

Verwende den Schlauch als Theraband. Die Dehnung ist geringer als bei einem grünen Theraband (grün = stark). Das bedeutet, dass mehr Kraft nötig ist, es zu dehnen. Es ist deshalb weniger für Reha-Übungen geeignet, eher für Kraftraining.

Der Schlauch faltet sich nach Benutzung wieder in die alte Form zusammen. Vielleicht hilft leichtes Bügeln, das habe ich noch nicht ausprobiert.

Mit so einem Band lassen sich verschiedene Muskelgruppen trainieren, von den Beinen bis zu den Schultermuskeln. Zusätzlicher Effekt: Verbesserung der Koordination. Google liefert jede Menge Anleitungen.

Vandalismus

Symbolfoto

Vandalismus ist genauso schlimm wie Fahrraddiebstahl. Es gibt Ecken am Bahnhof, da steht kein Fahrrad über Nacht sicher. Mir ist es selbst schon passiert: ich habe das Fahrrad an exponierter Stelle über Nacht abgestellt – am nächsten Morgen war es vandaliert. Das hat mich finanziell und emotional nicht schwer getroffen, denn es war ein Schrottrad. Zum Glück.

  • Einserseits war ich erstaunt, das es so schnell ging. Nach nur einer Nacht.
  • Andererseits war ich nicht wirklich überrascht, es war vorhersehbar.
  • Trotzdem habe ich recht blöd geschaut, als ich es am nächsten Morgen gesehen habe.

Das war die Stelle:

Verladetätigkeiten

Ich musste das Schild dreimal lesen, um den Fehler zu finden.

Auflösung (klicken zum Vergrößern):

Die Fotos habe ich am 15.12. geknipst. Da standen immer noch die üblichen alten Schrotträder am Zaun. Auch die Pendler haben schnell gemerkt, dass die Aushänge folgenlos bleiben und ihre Fahrräder wie jeden Morgen am Bauzaun befestigt.

Ich bin mal gespannt, was dort verladen wird. Die alten Verladehöfe sind seit einem Jahrzehnt nicht mehr in Betrieb. Der hässliche Bauzaun verziert schon lange die langsam verrottenden Gebäude.

Mitten in Augsburg trotz das Ladehofareal standfest jedem Neubebauungsvorhaben. Eigentlich sympathisch, denn moderne Bürogebäude und sterile  Einkaufszentren haben weniger Charme als graffitibesprühte Lagerhallen aus der Blütezeit des Gütertransports per Deutsche Bundesbahn.