Wer gut schmiert, der gut fährt

Fett wird unterschätzt. Es hilft bei vielen Fahrradproblemen. Ein Knacken beim Fahren? Das muss nicht vom (kaputten) Tretlager kommen. Pedale und Kurbeln, die trocken montiert wurden, können auch der Auslöser sein. Es lohnt sich, sie zu demontieren und mit Fett auf dem Pedal-Gewinde bzw. dem Achs-Vierkant wieder zu montieren.

Die Bremse ist schwergängig? Vielleicht sitzt Rost im Bowdenzug. Das Einfetten des Zuges in der Hülle hilft dem Bremssystem wieder auf die Sprünge. Und schützt vor erneuter Rostbildung.

Wie ist das eigentlich? Lösen sich eingefettete Schrauben nicht schneller?

Vier Thesen, die ich aus dem Internet recherchiert und zusammengefasst habe:

  • bei gleichem Krafteinsatz (= Anzugsdrehmoment) wird eine eingefettete Schraube automatisch stärker festgezogen als eine trockene Schraube. Die Spannkraft steigt. Die Belastungsgrenze der Schraube könnte dabei allerdings überschritten werden.
  • reduziert man nun den Krafteinsatz, um die Schraube nicht zu überlasten, ist die Eigensicherung der Schraube durch die Leichtgängigkeit herabgesetzt.
  • eine gefettete Verschraubung ist gegen Korrosion besser geschützt und lässt sich später leichter wieder lösen (Fett = Trennmittel).
  • es kommt je nach Einsatzgebiet auf die passende Fett-/Ölart an, z.B. Kupferpaste.

Das ist eine Wissenschaft für sich. Ob die Schmierung richtig oder falsch ist, kann deshalb nicht pauschal beantwortet werden. Eine Abwägung ist nötig. Es hängt von der Beanspruchung der Bauteile und dem Einsatzgebiet der Schraubverbindung ab .

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