Die fiese Geschichte vom Rahmenschloss

Mein Fahrrad hatte so ein fest montiertes Rahmenschloss. Der Schlüssel steckte immer, es sei denn, man schloss ab. Schlüssel abziehen geht bei offenem Schloss nicht. Ich habe aber auch ein gutes, dickes langes Kettenschloss. Ich benutze nur dieses ABUS-Teil, weil ich das Rad damit an festen Gegenständen anschließen kann.

Es musste irgendwann soweit kommen. Letzte Woche ist es passiert. Ich komme aus dem Schwimmbad. Verflucht. Ein blöder Hund hat das Schloss zugemacht und den Schlüssel verschwinden lassen. Es ist kalt und dunkel. Ich war so sauer wie schon lange nicht mehr.

Also habe ich einen Freund angerufen und Werkzeug besorgt. Oh Wunder, das Schloss ist nur mit zwei mickrigen Schrauben am Rahmen befestigt. Wenn ich das früher gewußt hätte. Dann hätte ich es abmontiert, als es noch offen war, in einer Minute. Aber verriegelt ist das unmöglich. Es geht nicht ab. Wenigstens konnte ich es jetzt etwas zur Seite drehen und die Säge ansetzen.

Pustekuchen. Der Stahl ist für die kleine Säge zu hart. Für die große Metallsäge wahrscheinlich auch. Ohne Schraubstock wird es sowieso schwer. Was jetzt? Ich bin zurück zur Schwimmbadkasse und habe nach einem Bolzenschneider gefragt. Ihr denkt jetzt sicher „das bringt doch nichts, das ist ein Schwimmbad und keine Werkstatt“. Der Bademeister kam dann aber. Mit einer Kneifzange. Ich hab’s ihm erklärt. Die Antwort: „na dann kommen Sie mal um die Ecke zu unserer Werkstatt und wir flexen es auf. Zwei Schnitte – fertig!“.

Wow, das Schwimmbad hat eine Werkstatt und der Bademeister kann gut mit der Flex umgehen. Die ruhige Hand war auch nötig, um nicht die Felge oder den Mantel zu zerflexen.

Nachtrag:

Der Schlüssel ist aufgetaucht. Der Typ hat ihn am Fahrrad versteckt. Beim Putzen des Bikes ist mir der Schlüssel vor die Füße gefallen. Er war irgendwo festgeklemmt. Unter dem Sattel wahrscheinlich. RICHTIG gut wäre der Spaßvogel gewesen, wenn er einen Zettel befestigt hätte: „Hurra, Du hast mich gefunden…“

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