Fahrräder im Pferseer Tunnel – so geht es weiter

Die Vorgeschichte ist hier beschrieben: https://a2011.wordpress.com/2010/09/27/pferseer-unterfuhrung-fahrradspur-im-tunnel/

Meine Nachfragen beim Tiefbauamt, dem Radwegebeauftragten sowie beim Augsburger SPD-Chef zeigten Wirkung. Der Augsburger Baureferent Merkle hat das Tiefbauamt aufgefordert, die Planung und die Fakten noch einmal auf den Tisch zu legen. Dies erfolgte in der Bauausschusssitzung am 11.10.2010.

Ich gebe den Bericht in Auszügen wieder. Er beschreibt zunächst die Situation:

Der Umbau soll ab November 2011 erfolgen, im Zuge der Erneuerung des Königsplatzes.  (Zur Erklärung: für die Zeit des Umbaus muss die Straßenbahn teilweise durch Busse ersetzt werden. Da dieser Ersatzverkehr für den Königsplatzumbau ebenfalls nötig wird, sollen die Maßnahmen zusammengelegt werden…)

Fakt ist, dass der Baubeginn am Königsplatz frühestens Januar 2011 erfolgt. Die Augsburger Zeitung schreibt von Frühjahr 2011, nach der Frostperiode (AZ vom 22.11.2010). Die laut Tiefbauamt „äußerst unbefriedigende Situation“ bleibt also mindestens weitere 15 Monate bestehen. Ich werde deshalb noch einmal mit dem Radwegebeauftragten sprechen.

Eine interessante Geschichte möchte ich dazu berichten:

Ich hatte im Oktober dem Radwegebeauftragten bereits einfache, kurzfristige Lösungen vorgeschlagen. Beschilderung „Achtung Radfahrer“ und Tempolimit 30. Er hat diese der Polizei sowie der Abteilung Straßenverkehr des Tiefbauamtes weitergeleitet. Beide Vorschläge wurden abgelehnt, mit folgenden Begründungen:

„Eine Beschilderung mit Zeichen 138 StVO „Radfahrer kreuzen“ kann im Hinblick auf die Einsatzkriterien „Das Zeichen ist nur dort anzuordnen, wo Radverkehr außerhalb von Kreuzungen oder Einmündungen die Fahrbahn quert oder auf sie geführt wird und dies für den Kraftfahrzeugverkehr nicht ohne Weiteres erkennbar ist“ nicht in Betracht kommen.“

„Die Polizei hat bereits in einer früheren Stellungnahme ausgeführt, dass eine Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zwar das subjektive Sicherheitsempfinden der Radfahrer erhöht könnte, dies stellt jedoch keine hinreichende rechtliche Begründung dar. Unabhängig hiervon ist anzumerken, dass selbst bei der unrealistischen Annahme einer Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h durch die Kraftfahrer, diese weiterhin Radfahrer in der Unterführung überholen werden. Auch durch die fehlenden Überwachungsmöglichkeiten wird eine Beschränkung der Geschwindigkeit nicht befürwortet.“

Die polizeiliche Begründung hat mich erstaunt. Tempo 30 statt 50 erhöht nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv die Sicherheit. Und warum ist es unrealistisch, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingehalten wird? Nur weil man dort nicht blitzen kann? Als wäre das das einzige Kriterium. Hier noch einmal ein Bild der Tunneleinfahrt zur Verdeutlichung der Problematik:

Überholverbot (durchgezogene Mittellinie), geringe Fahrbahnbreite, leichte Steigung, hohe Verkehrsdichte.

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