Kreativer Regenschutz für den Fahrradsattel

Ich traue meinen Augen nicht. Ein Eimer! Das habe ich noch nie gesehen. Ein Plastikeimer als Regenschutz für den Fahrradsattel. Wohin packt man den Eimer, wenn man losfährt? Auf den Gepäckträger spannen? Das ist doch nervig, das hält doch nicht.

Der zweite Knaller ist die Papiertüte. Ein zweifelhafter Schutz gegen das Nass. Gut, das Fahrrad stand halb unter einem Dach. Der Besitzer hat ein großes Schutzbedürfnis. Das zeigt sich ebenso am Oberrohr des Rahmens. Die Schaumstoffhülle schützt vor schmerzhaftem Kontakt mit den Genitalien. Und die papierne Einkaufstüte? Als Regenschutz nur temporär geeignet. Vielleicht war der Sattel morgens gefroren. Also möglicherweise ein Kälteschutz; Papier isoliert ja recht gut.

Die sehr oft gegen Regentropfen verwendete, gemeine Plastiktüte scheint eine etablierte Lösung zu sein. Bahnhofgeprüft. Sie wird bei Sonnenschein gerne zusammengeknüllt und unter den Sattel geklemmt. Das ist praktikabel: immer dabei, und sie kann dort auch nass verstaut werden. Bei sorgfältiger Auswahl schmückt das Tütendesign sogar das Fahrrad. Mir gefällt die Chequered Flag besonders gut.

Ich selbst benutze einen Hartplastiksattel. 70er Jahre, gefederter Unterbau. Der saugt sich nicht voll und ist schnell abgewischt. Er ist nicht langstreckentauglich. Dafür ist er zu hart. Für die Stadt reicht es. Und er überlebt spontanen Asphaltkontakt mit minimalen Kratzern. Wie bei den alten Autostoßstangen aus schwarzem Kunststoff. Die sind unempfindlicher als die lackierten Versionen. Bahnhofsräder fallen eben ab und zu um. Und ein beschädigter Gelsattel ist nicht schön. Sieht sogar eklig aus. Dazu habe ich schon etwas geschrieben: https://a2011.wordpress.com/2010/09/21/operation-fahrradsattel/

Ab und zu verwende ich einen werbefinanzierten, wasserfesten Sattelüberzug. Wenn das Rad zuhause steht. In der Stadt würde er schnell „mitgenommen“ werden. Im Winter ist der Sattel morgens regelmäßig eingefroren und mir einer dünnen Eisschicht überzogen. Der Überzug hilft. Trotzdem sind diese Dinger nur eingeschränkt gebrauchstauglich. Denn wohin mit dem nassen Teil, wenn man losfährt? In die Tasche stecken? Na super, dann tropft alles voll. Gegen die Kälte ziehe ich eine alte Wollmütze über den Sattel. Der Winter kann kommen.

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