Archiv für den Monat November 2010

Welchen Namen hat DEIN Fahrrad?

Dieses nette braune Klapprad trägt den schönen, handgemalten Namen Aurelie. Aurelie bedeutet „die Goldene“ oder „die Schimmernde“. Aus dem Lateinischen wird aureus mit „golden“ übersetzt.

Eine Liebeserklärung an Aurelie hat die Band „Wir sind Helden“ gesungen: http://www.youtube.com/watch?v=6dPPBhttrpA

Sättel des Grauens – worauf Radler sich setzen

Alle Aufnahmen stammen von (Bahnhofs-)Fahrrädern, die in Betrieb sind. Zumindest lassen der Standort der Fahrräder und der Fahrradzustand auf regelmäßigen Einsatz schließen. Halbherzige Rettungsversuche mit Klebeband sind vereinzelt zu finden. Wer fährt so einen Sattel? Im Baumarkt gibt es neue Sitzgelegenheiten für unter 10 Euro. Die kaputten Satteldecken sind nicht wetterfest. Die Schaumstoffkerne saugen sich mit Wasser voll. Der Hintern wird nass. Gäbe es eine Typologie der Fahrradsattelbesitzer, diese hier wären der Typ “ is‘ mir egal, ich lass das jetzt so“.

Was ist ein Fahrradständer? Von Hinterbauseitenständern und Anlehn- und Absperrbügeln

Der Begriff Fahrradständer hat zwei Bedeutungen:

a) das Ding unten am Fahrrad, das man ausklappt, damit das Rad im Stand nicht umfällt.

b) die Dinger, die überall vor Geschäften und an öffentlichen Plätzen herumstehen, an denen man sein Fahrrad befestigen kann.

Google kann das nicht unterscheiden und mischt munter die Ergebnisse, mit leichten Vorteilen für die Variante b). Ich bin fasziniert von den verschiedenen Varianten und (Fach-)Begriffen, die für die Produkte verwendet werden:

a) Seitenständer, Hinterbauständer, Hinterbauseitenständer, Zweibeinständer, Abstellständer, Parkstütze

b) Anlehn- und Absperrbügel, Einzelparker, Bogenparker, Bügelparker oder Schräghochparker, doppelseitige und einseitige Radeinstellung.

Den oben gezeigten, formschönen „Anlehn- und Absperrbügel“ habe ich am Augsburger Bahnhof fotografiert. Daneben zwei Bilder von Seitenständer und Zweibeinständer.

Der Silver Surfer unter den Fahrrädern – Epple Fu:Hur

Ich habe die Fotos geschossen, weil ich das Fahrrad außergewöhnlich fand. Ich wußte aber nichts darüber. Nach der Recherche ist klar: es ist ein Epple FU:HUR, mit einem vollgefederten Y-Aluminiumrahmen mit Parallelgabel.

Der Name ist seltsam. Er scheint eine Abwandlung des Wortes „Future“ zu sein. Google findet fast nichts dazu. Das Bike scheint nur kurz am Markt gewesen zu sein, oder nur in kleinen Stückzahlen. Ich fand die Baujahre 1999 bis 2001. Epple beschrieb es für das Modelljahr 2001 auf seiner Website so:

„Vollgefedertes Top-Trekking-Bike mit Alu-Rahmen und integriertem Alu-Gepäckträger. Genial: Airshox-Dämpferpatrone – innovative Dämpfertechnik – die mittels Luftdruck an das jeweilige Fahrergewicht angepasst wird. Ein Fahrerwechsel ist damit Problemlos
möglich. Air-Shox-Pumpe serienmäßig.“

Auf der Epple-Website war das Fahrrad mit der „Sonderausstattung Laufräder Protos“ abgebildet. Diese „3 Speichen Alufelgen“ machten den Look noch futuristischer. Dieses Foto ist hier archiviert (etwas längere Ladezeit): http://web.archive.org/web/20010301180117/http://www.epple-bikes.de/ (Auf dieser Seite im Menü links klicken auf „Bikes“, danach auf „Trekking – die Universalbikes“, weiter mit „FU:HUR“, -> voila!)

Ein weiteres Foto findet Ihr hier: http://fotos.mtb-news.de/p/112227

Schnee in Augsburg – jetzt beginnt die Winter-Fahrradsaison

Die grobstolligen Reifen sind schon seit zwei Wochen montiert. Vorgestern noch ein kompletter Technik-Check. Die Belastungen sind für Fahrräder im Winter doppelt hoch. Überall und ständig Feuchtigkeit. Und Plastikteile brechen bei Kälte schneller ab. Dazu das Streusalz.

Die lange Unterhose ist schon im Einsatz. Der Nierengurt von der Motorradausstattung hält den unteren Rücken warm. Das T-Shirt rutscht halt gerne mal hoch. Handschuhe, selbst gestrickter Schal und dicke Stiefel sind ab heute  Standardausrüstung. Draußen zu Hause.

Fahrräder im Pferseer Tunnel – so geht es weiter

Die Vorgeschichte ist hier beschrieben: https://a2011.wordpress.com/2010/09/27/pferseer-unterfuhrung-fahrradspur-im-tunnel/

Meine Nachfragen beim Tiefbauamt, dem Radwegebeauftragten sowie beim Augsburger SPD-Chef zeigten Wirkung. Der Augsburger Baureferent Merkle hat das Tiefbauamt aufgefordert, die Planung und die Fakten noch einmal auf den Tisch zu legen. Dies erfolgte in der Bauausschusssitzung am 11.10.2010.

Ich gebe den Bericht in Auszügen wieder. Er beschreibt zunächst die Situation:

Der Umbau soll ab November 2011 erfolgen, im Zuge der Erneuerung des Königsplatzes.  (Zur Erklärung: für die Zeit des Umbaus muss die Straßenbahn teilweise durch Busse ersetzt werden. Da dieser Ersatzverkehr für den Königsplatzumbau ebenfalls nötig wird, sollen die Maßnahmen zusammengelegt werden…)

Fakt ist, dass der Baubeginn am Königsplatz frühestens Januar 2011 erfolgt. Die Augsburger Zeitung schreibt von Frühjahr 2011, nach der Frostperiode (AZ vom 22.11.2010). Die laut Tiefbauamt „äußerst unbefriedigende Situation“ bleibt also mindestens weitere 15 Monate bestehen. Ich werde deshalb noch einmal mit dem Radwegebeauftragten sprechen.

Eine interessante Geschichte möchte ich dazu berichten:

Ich hatte im Oktober dem Radwegebeauftragten bereits einfache, kurzfristige Lösungen vorgeschlagen. Beschilderung „Achtung Radfahrer“ und Tempolimit 30. Er hat diese der Polizei sowie der Abteilung Straßenverkehr des Tiefbauamtes weitergeleitet. Beide Vorschläge wurden abgelehnt, mit folgenden Begründungen:

„Eine Beschilderung mit Zeichen 138 StVO „Radfahrer kreuzen“ kann im Hinblick auf die Einsatzkriterien „Das Zeichen ist nur dort anzuordnen, wo Radverkehr außerhalb von Kreuzungen oder Einmündungen die Fahrbahn quert oder auf sie geführt wird und dies für den Kraftfahrzeugverkehr nicht ohne Weiteres erkennbar ist“ nicht in Betracht kommen.“

„Die Polizei hat bereits in einer früheren Stellungnahme ausgeführt, dass eine Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zwar das subjektive Sicherheitsempfinden der Radfahrer erhöht könnte, dies stellt jedoch keine hinreichende rechtliche Begründung dar. Unabhängig hiervon ist anzumerken, dass selbst bei der unrealistischen Annahme einer Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h durch die Kraftfahrer, diese weiterhin Radfahrer in der Unterführung überholen werden. Auch durch die fehlenden Überwachungsmöglichkeiten wird eine Beschränkung der Geschwindigkeit nicht befürwortet.“

Die polizeiliche Begründung hat mich erstaunt. Tempo 30 statt 50 erhöht nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv die Sicherheit. Und warum ist es unrealistisch, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingehalten wird? Nur weil man dort nicht blitzen kann? Als wäre das das einzige Kriterium. Hier noch einmal ein Bild der Tunneleinfahrt zur Verdeutlichung der Problematik:

Überholverbot (durchgezogene Mittellinie), geringe Fahrbahnbreite, leichte Steigung, hohe Verkehrsdichte.

Das ultimative Monster Gokart (Tandem-)Kettcar

Wie auch immer das Ding sich nennt, es ist sehr groß, hat einen Soziussitz als Zubehör und 7 Gänge. Für die Schaltung ist Fahrradtechnik verbaut. Ob man damit im siebten Gang innerorts im Verkehr mitschwimmen kann? Wahrscheinlich muss der Pedalist sich sogar vor Blitzern hüten. Die Beamten würden Augen machen …