Werbung am oder mit dem Fahrrad

Im letzten Artikel habe ich über das Critical Mass Bike berichtet, das auf die monatlichen Treffen der Augsburger Fahrradfahrer hinweisen soll. Mit dem Fahrrad Werbung machen – eine gute Idee, sofern sie nicht überhand nimmt. Die Reklame am oder mit dem Fahrrad gibt es in vielen Formen. Und sie taucht zuletzt häufiger auf. Das ist zumindest meine  Wahrnehmung.

Das hat vor ein paar Jahren begonnen mit mehreren auffälligen komplett weiß lackierten Fahrrädern der damals eröffneten „Radstation“ am Hauptbahnhof. Sie wurden inkl. aller Anbauteile und der Reifen weiß besprüht oder bepinselt.

Ein Jahr später wurden die Sättel aller am Bahnhof geparkten Räder mit grünen Sattelüberzügen ausgestattet. Ich glaube, das war die Marketingaktion eines Radiosenders (im Bild unten ist ein anderes Beispiel für Satteldeckenwerbung zu sehen).

Individuelle Werbung habe ich auch gefunden, in diesem Fall als Schild einer Heilpraktikerin in ihrem Sattelkorb.

Diese Art des „Guerilla-„Marketings kostet nichts oder nur wenig, die Wirkung ist aber begrenzt:

  • Zunächst einmal muss das Angebot gesehen und auch inhaltlich wahrgenommen werden. Als Folge sollte das Interesse geweckt sein.
  • Das funktioniert aber nur, wenn sich der „Kunde“ – und um’s Verkaufen eines Produktes oder einer Idee geht es ja – von vorne herein bereits für das Thema interessiert. So weiß ich zum Beispiel heute nicht mehr, wer diese vielen grünen Satteldecken verteilt hat, weil das Angebot mich schlicht nicht interessiert hat. Ein anderes, weiß-grün lackiertes Werberad habe ich mir zwar angesehen, aber nicht erkannt, wofür es wirbt.
  • Um mehr Beachtung zu finden, wäre es sinnvoll, die Werbung zu wiederholen. Das verursacht dann aber mehr Aufwand und kostet mehr Geld.

Ein weiterer Aspekt ist die Zulässigkeit nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz (BayStrWG). Das Abstellen von PKW-Anhängern mit Werbeplanen an viel befahrenen Straßen zu Werbezwecken ist eine erlaubnispflichtige Sondernutzung. Für Fahrräder gilt wahrscheinlich sinngemäß das Gleiche.  Der Anreiz ist trotzdem groß. Für einen selbst aufgestellten Plakatträger, wie man ihn z.B. vom Wahlkampf kennt, nimmt die Stadt Augsburg einen Euro pro Tag als Sondernutzungsgebühr. Am Hauptbahnhof allerdings ist die Situation nicht so klar, da dort drei Parteien mitmischen: die Stadt, die Bahn und die Bahnpolizei.

Ghost Bikes

Vollständig weiß lackierte Fahrräder werden auch in anderem Zusammenhang eingesetzt. als so genannte Ghost Bikes. Sie werden als Mahnmale und Gedenkstätte für im Straßenverkehr verunglückte Radfahrer am Unglücksort verwendet. Zusätzlich sollen sie auf diese Gefahrenpunkte hinweisen. Der ADFC Berlin hat 2009 in Berlin an den Orten der elf in 2008 tödlich verunglückten Radfahrer elf Ghostbikes aufgestellt (die Infos zu den Ghostbikes stammen aus wikipedia).

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Ein Kommentar

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