Archiv für den Monat September 2010

Pferseer Unterführung: Fahrradspur im Tunnel

In meinem Beitrag von letzter Woche habe ich über den Pferseer Bahnhofstunnel in Augsburg geschrieben. Es ging darum, dass die von der Stadt gefundene „Lösung“, die Einrichtung von Fahrradspuren, nun doch nicht ungesetzt werden soll: https://a2011.wordpress.com/2010/09/20/das-war-die-augsburger-fahrradsternfahrt/

Inzwischen hat sich der Fraktionsvorsitzende der Augsburger SPD, Dr. Stefan Kiefer, wieder bei mir gemeldet. Der Augsburger Baureferent Gerd Merkle weiß nichts von Verzögerungen. Aber die Verwaltung weiß offenbar nicht, ob die Mauer fundamentiert oder nur aufgesetzt ist. Dann könnte sie ohne weiteres beseitigt werden.

Damit klar ist, worum es geht, hier Bilder des Tunnels. Die Mauern, die Fußgänger und Fahrbahn trennen, sind marode und müssen weg. Damit wird  Platz frei für eine Fahrradspur. Momentan bleibt den Radlern nur der gefährliche Weg neben den Autos oder das Schieben über den Fußweg.

Ich werde berichten, wie es weitergeht …

Gelber Fahrradscheinwerfer

In Frankreich mussten Autos bis 1993 gelbe Scheinwerfer haben. Nicht nur einfach gelb, sondern „Selektivgelb“. Der Vorteil gegenüber weißen Lampen: sie dringen besser durch den Nebel, blenden den Gegenverkehr geringer und bieten mehr Kontrast. Allerdings leuchten sie weniger hell, weswegen sich das weiße Licht durchgesetzt hat.

Wie sieht es beim Fahrrad aus? Ich habe noch nie ein gelbes Fahrradlicht gesehen. Bis gestern. Nicht nur, dass die Streuscheibe gelblich (matt) aussieht, sogar das Gehäuse ist gelb lackiert.

Ich würde gerne sehen, wie das bei Nacht wirkt. Ob es genug Leuchtkraft hat? Um gesehen zu werden, wahrscheinlich schon. Und das ist das Wichtigste.  Mir gefällt es sehr gut, vor allem in Verbindung mit dem grünen Rahmen.

Vergessenes Fahrradzubehör: der analoge VDO-Tacho

Gestern am Bahnhof ist er mir aufgefallen. Der riesige Fahrradtacho mit den gelben Ziffern im Display. Halt! Display heißt das hier gar nicht. Sondern ganz altmodisch Tachoblatt. Mit der Anzeige in km/h und m/s. Außerdem werden die gefahrenen Kilometer angezeigt. Früher haben vier Stellen wohl ausgereicht. Nach 9999 Kilometern beginnt das Spiel von neuem. Neu gibt es die nicht mehr zu kaufen, aber für Fans der 70er Jahre bietet ein Internet-Shop noch mehrere ähnliche Typen für unter 20 Euro an.

VDO Fahrrad Tacho

VDO Fahrrad Tacho

.

Ich habe vergessen, den Antrieb zu fotografieren. Der funktioniert anders als bei den digitalen Tachos. Die Tachowelle, bestehend aus schwarzer Kunststoffhülle und innen liegender Welle, führt vom Tacho zur Achse. Auf der Achse sitzt der „Abnehmer“. Der hat zwei Arme, die von den Speichen mitbewegt werden. Diese Drehbewegung wird über ein Schneckengetriebe auf die Welle übertragen. Sehen kann man das auf den Bildern des oben erwähnten Webshops: http://classic-cycle.de/Tachos-und-Zubehoer/

Idee: Lenkungsdämpfer für das Fahrrad selbst gemacht

Das Problem zeigt sich erst beim Abstellen des Fahrrads, vor allem bei Zweibeinständern: das Vorderrad dreht sich wegen der geneigten Lenkachse komplett um. Die Drehbewegung wird erst durch den Rahmen gestoppt. Scheinwerfer, Kabel und andere Teile knallen gegen das Rahmenrohr. Je nach Neigung der Lenkachse ist der Effekt größer oder kleiner. Er kann auch dazu führen, dass das Fahrrad umfällt, sofern nur ein  Seitenständer montiert ist.

Ein Lenkungsdämpfer kostet im Internet-Versand ca. 10 Euro plus Porto. Du kannst ihn aber genauso gut mit Haushaltsmitteln selbst basteln. Besorg Dir bei Mutti also

  • einen starken Gummi
  • einen Kabelbinder
  • eine Schelle

Auf dem Foto ist gut zu erkennen, wie das funktioniert. Positiver Nebeneffekt: das freihändige Fahren wird sicherer, das Vorderrad stabiler. Der Gummi ist flexibel genug, um den Lenkeinschlag beim Fahren nicht zu behindern.

Ein ähnliches Problem tritt bei Transporten auf. Denk an die Mitnahme des Rades im Zug. Das Vorderrad soll sich dabei nicht unnötig drehen, sondern gerade stehen. Gerade beim Ein- und Aussteigen nervt das sonst. Und beim Abstellen im Fahrradabteil. Für diesen Fall sind Klettbänder die beste Wahl. Damit kann man das Vorderrad am Unterzug des Rahmens reversibel befestigen.

Ein Fahrrad-Stencil

Auf Fahrradspuren sieht man sie am häufigsten: mittels Schablonen aufgesprühte Fahrräder. Sie kennzeichnen die „Bike-Lanes“ in vielen Ländern. Den Straßenbauarbeitern erleichtern die Schablonen das Aufbringen, die sog. Applikation der Symbole.

Mit Sprühschablonen kann man recht einfach Gegenstände verschönern und gestalten. Ich habe nur keine gute Vorlage für ein Fahrrad gefunden. Die meisten Fahrradsymbole auf Verkehrszeichen sind mir für diesen Zweck zu modern. Um trotzdem zum Ziel zu kommen, habe ich selbst eine Vorlage gescribbelt. Die Programme beherrsche ich zwar nicht, zeichnen kann ich auch nicht, aber dafür hat es gereicht.

P.S. Heute habe ich zufällig entdeckt, dass die Fahrradspur offiziell „Radwegefurt“ oder „Radfahrerfurt“ heißt. Es scheint so eine Parallelwelt des amtlichen Deutsch zu geben, von der der normale Mensch im Alltag nie erfährt.

Schutzblechverlängerung: das Fahrrad wetterfest machen

Mountainbiker haben es bei nasser Straße gerne auf dem Rücken: feuchte, schmutzige Streifen. Die grobstolligen Reifen nehmen das Regenwasser mit nach oben und schleudern es dem schutzblechlosen Fahrer auf den Buckel.

Ein Touren-Fahrrad tut das nicht, denn es ist mit Schutzblechen ausgestattet. Aber auch die kommen an ihre Grenzen:

  • beim Anhängerbetrieb versaut der tief fliegende Straßendreck ordentlich die Ladung . Diese kann aus den Einkäufen fürs Wochenende bestehen oder aus mitreisenden Kinder (oder beidem). Deshalb ist Abhilfe dringend nötig.
  • Auch das Vorderrad kann gemein sein und die Füße triefen lassen. Vor allem in Kurven, in denen der Rahmen keinen Schutz mehr bietet und das Wasser schräg daherkommt.

Für beides habe ich Spritzschutz-Lösungen entdeckt. Im ersten Fall hat der findige Radler das Schutzblech nach unten verlängert. Mit einem Schutzblechteil vom Schrott, zwei Schrauben sowie einer zusätzlichen Strebe. Zum Bohren und zur Montage muss allerdings das Hinterrad ausgebaut werden.

Der folgende Link führt ebenfalls zu einer kostengünstigen Lösung (mit Bauanleitung). Hier ist eine Plastikflasche das Ausgangsmaterial für einen einfachen und gut funktionierenden Spritzlappen: http://arnowelzel.de/wiki/de/fahrrad/spritzlappen.

Fahrbereite Rosträder: Wunder der Haltbarkeit

Sie fallen auf am Hauptbahnhof: uralte Rost-Fahrräder, scheinbar hoffnungslos verrottet. Aber doch sind sie täglich in Betrieb. Ordentlich abgestellt und sorgfältig abgeschlossen. Wem gehören diese Pretiosen mit ihrer Rost-Patina? Nicht unbedingt dem finanziell klammen Studenten. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen: einer dieser Oldtimer wird täglich von einem Anzugträger zum Bahnhof bewegt.

Das ist vermutlich der Grund für eine Besonderheit dieser Fahrräder: alle haben einen modernen Fahrradsattel, der so gar nicht zum restlichen Erscheinungsbild passen will. Auch die alten Lenkergriffe wurden meistens ersetzt. Damit bleiben die Hände und teure Klamotten für die Arbeit sauber.

Am meisten erstaunt mich allerdings, wie verrostet die Fahrradketten sind. Ich hätte nicht gedacht, dass sie sich in diesem Zustand noch rund bewegen lassen. Der Widerstand beim Treten muss enorm sein.

Letztlich kann ich nur vermuten, warum die Pendler nicht auf modernere Geräte umsteigen: vermutlich schätzen sie das Risiko eines Diebstahls geringer ein. Oder es ist ihnen schlicht egal, mit welchem Rad sie zur Arbeit kommen, solange es läuft …