Archiv für den Monat Februar 2009

Rosenaustadion wird nicht abgerissen

Stadtkämmerer Hermann Weber und Sportreferent Peter Grab haben mitgeteilt, dass es bei einer Sportnutzung des Rosenaustadions bleiben soll. In der Leichtathletik werde kein Bedarf gesehen. Aber das Stadion soll im Schulsport, bei den Vereinen und den Frauenfußballmannschaften genutzt werden.

Rosenaustadion Haupttribüne

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Das war nicht immer so. Als die Stadt sich entscheiden hat, den FC Augsburg beim Bau der impuls arena zu unterstützen, gab es deutliche Kritik aus den Reihen der Augsburger. 13 Millionen Euro für die städtische Beteiligung an der neuen Arena schien vielen ein zu hoher Preis zu sein.

Der damalige Oberbürgermeister Paul Wengert fand eine Lösung, die Kritiker zu besänftigen. Er kündigte an, das Areal des Rosenaustadion nach dem Abriss als Baugrund zu vermarkten und damit die Investitionssumme zu refinanzieren. Auch die Vermarktung der Grundstücke der denkmalgeschützten Augsburger Sporthalle und von Teilen der Paul-Renz-Sportanlage stand schon zur Debatte.

Von Anfang an war dies fragwürdig, da

  • die Kosten für Abriss und Bodensanierung nie berechnet bzw. genannt wurden. Erstmalig mit dem Einbau der Rasenheizung im Sommer 2007 wurde der Boden systematisch auf Altlasten untersucht.
  • die Grundstücksfläche als Baugrund bei den Augsburger Quadratmeterpreisen deutlich weniger einbringen würde.
  • keine konkreten Alternativen für die Sportler gesucht und genannt wurden, z.B. rollstuhl- und behindertengerechte Sportflächen des dort angesiedelten Sportvereins „Reha“.
  • im Rosenaustadion verschiedene Räumlichkeiten von der Sportverwaltung genutzt werden, für die Alternativen gesucht bzw. gebaut werden müssten. Hierbei handelt es sich um die zentrale Werkstätte für den Sportplatzbau/-unterhalt und Räumlichkeiten für die KFZ-und Maschinenwartung und für das Abstellen des Maschinenparks. Zudem befinden sich im Gebäudetrakt die Personalräumlichkeiten für den zentralen Handwerkerpool und die Platzwarte.

Der amtierende Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl hat bereits im März 2007 während seiner OB-Kandidatur die weitere Nutzung als Sportstätte als sein Ziel ausgegeben, teilweise städtebauliche Nutzungsänderungen aber nicht ausgeschlossen, jedoch dazu keine Details genannt.

Augsburger Flutlicht-Atmosphäre

Die Flutlichtanlage im Rosenaustadion ist eine der ältesten in Deutschland – und eine der lichtstärksten. Die vier senkrecht stehenden Masten wurden 1955 gebaut. Jeder Mast trägt 41 Lampen mit je 3.500 Watt. Die Lichtstärke beträgt 1.400 Lux.

Bilder vom Spiel des FC Augsburg gegen den 1. FC Nürnberg am 30.01.2009 (0:0).

Der Verbrauch beträgt rechnerisch 574 kW (Kilowatt). Wenn man einen Endkunden-Tarif der Stadtwerke Augsburg (Primo) mit 20,12 Cent/kWh zugrunde legt, kostet eine Stunde Flutlicht im Rosenaustadion 115,49 Euro.

Ein Vergleich mit der modernen Allianz Arena: sie hat 232 Scheinwerfer mit einer Gesamtleistung von 464 KW und einer Leuchtstärke zw. 1.000 und 1.500 Lux.

Zu den ältesten Flutlichtanlagen zählen außerdem die Masten im „Stadion am Bieberer Berg“ in Offenbach am Main (4 Masten, Einweihung 1956) und im Georg-Melches-Stadion von Rot-Weiss Essen (ebenfalls 1956 eingeweiht).  Ein zeitgenössisches Zeitungszitat lautete: „Ein Schauspiel von faszinierender Wirkung. Dem Flutlichtfußball gehört die Zukunft“.

Bereits 1930 gab es eine erste Spielfeldbeleuchtung im Hannoverschen Eilenriedestadion (früher „Stadion der Stadt Hannover“ bzw. „Hindenburg-Kampfbahn“ genannt). Das moderne Tribünengebäude mit den Spielerräumen war selbstverständlich an das Stromnetz angeschlossen. So beschloss man, zusätzlich einige Scheinwerfer an der Tribüne anzubringen und auf das Spielfeld zu richten.