Autofahrer sind Egoisten. Ich aber auch. Ich fahre für mich Fahrrad. Nicht für die Umwelt, nicht gegen den Kapitalismus, nicht für den Weltfrieden.
Bekannte von mir verstehen das nicht. Sie wundern sich, dass ich keinen Ökostrom kaufe. Sie gehen davon aus, dass ich grün wähle. Sie wollen mich einordnen als Weltverbesserer, Pazifisten, Umweltaktivisten und Gutmenschen. Sie haben ein schlechtes Gewissen und rechtfertigen sich ohne Not. Sie schwanken zwischen Respekt und Spott.
Ich fahre einfach Fahrrad. Weil ich die frische Luft liebe. Weil die Freiheit mit dem Fahrrad heutzutage größer ist als beim Autofahren. Weil mit die Bewegung gut tut.
Den Rest gibt es bei mir auch: ich habe Ideen für eine bessere Umwelt, bin politisch, nicht fanatisch oder dogmatisch, habe Überzeugungen und Verfehlungen. Nicht nur auf dem Fahrrad. Auch in der Bahn, zu Fuß, am Küchentisch oder in der Kneipe. Ganz ohne Fahrrad.
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