Bilanz eines langen Autolebens

1991 bis 2007, 300.000 Kilometer, 10.000 Betriebsstunden. Ich hatte alle Rechnungen des Erstbesitzers und meine eigenen dazu:
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  Neupreis 1991:    15.000 Euro (umgerechnet)
  Zubehör:     4.000 Euro
  Wartung:     5.000 Euro
  Reparaturen:     9.000 Euro
  Steuer und Versicherung:    16.000 Euro
  Benzin 30.000 Liter:    40.000 Euro
  Verschrottung:         -80 Euro (Stahlwert)
  gesamt:    88.920 Euro

7 Reifensätze
7 Tüv-Besuche
8 kleine Inspektionen
12 große Inspektionen
11 Auspuffreparaturen
13 Bremsbelagwechsel
14 außerplanmäßige Reparaturen
30 Reifenwechsel Sommer/Winter
500 Tankstopps
3 kleine Unfälle

Tricks mit Fahrradteilen # 2: Seilzugendhülsen

Der Schalt- oder Bremszug ist eingebaut, das Ende abgeknipst. Jetzt droht es aufzuspleißen. An den kleinen Drähten kann man sich böse pieksen. Dafür gibt es Schutz-Hülsen, die man aufsteckt und mit einer Zange festquetscht. Keine zur Hand? Du kannst genauso gut alte Speichennippel verwenden. Die haben eine dickere Wandstärke und sind härter – Du brauchst mehr Kraft beim Quetschen. Das Ergebnis ist gleichwertig.

Egoismus

Autofahrer sind Egoisten. Ich aber auch. Ich fahre für mich Fahrrad. Nicht für die Umwelt, nicht gegen den Kapitalismus, nicht für den Weltfrieden.

Bekannte von mir verstehen das nicht. Sie wundern sich, dass ich keinen Ökostrom kaufe. Sie gehen davon aus, dass ich grün wähle. Sie wollen mich einordnen als Weltverbesserer, Pazifisten, Umweltaktivisten und Gutmenschen. Sie haben ein schlechtes Gewissen und rechtfertigen sich ohne Not. Sie schwanken zwischen Respekt und Spott.

Ich fahre einfach Fahrrad. Weil ich die frische Luft liebe. Weil die Freiheit mit dem Fahrrad heutzutage größer ist als beim Autofahren. Weil mit die Bewegung gut tut.

Den Rest gibt es bei mir auch: ich habe Ideen für eine bessere Umwelt, bin politisch, nicht fanatisch oder dogmatisch, habe Überzeugungen und Verfehlungen. Nicht nur auf dem Fahrrad. Auch in der Bahn, zu Fuß, am Küchentisch oder in der Kneipe. Ganz ohne Fahrrad.

Eine gelbe Postkiste als Gepäckkorb

Diese gelben Kisten der Deutschen Post sind extrem stabil. Der Kunststoff ist dick und robust. Sie werden in und von Firmen zum Brieftransport verwendet und natürlich von der Post selbst.

In diesem Fall ist sie gut verschraubt und mit einem Reflektor ausgestattet. Einzig ein Detail fehlt: Löcher im Boden, durch die das Regenwasser ablaufen kann. Das funktioniert gut, wenn die Löcher ab und zu von Laub und Schmutz befreit werden.

Die Kisten aus wetterbeständigem Polypropylen gibt es im  Zustellerbedarf auch in rot und blau für ca. 15 Euro.

Stolz!

Ein Fahrrad namens „Mustang“! Das klingt nach Abenteuer, nach Kraft, nach Geschwindigkeit!

Heute steht dieses Fahrrad relativ unbeachtet an der Straßenecke. Als es neu gekauft wurde, war es wahrscheinlich der große Stolz des damals vermutlich jungen Besitzers.

  • Mit Aufkleber vom Zweirad-Fachgeschäft Wieländer, heute ein Autohaus mit Zweiradservice.
  • Mit Aufkleber „Geprüfter Radfahrer“ von der Verkehrswacht.

Was steckt eigentlich hinter dem grünen Aufkleber „Geprüfter Radfahrer“ ?

Die “Fahrradprüfung” für Kinder in der 4. Klasse, also mit ca. 10 Jahren:

Die Radfahrausbildung besteht aus theoretischer und praktischer Prüfung. Die Theorie wird in der Schule als Klassenarbeit geprüft. Die Praxis wird in einer der 1100 Jugendverkehrsschulen der 630 regionalen  Orts-, Gebiets- und Kreisverkehrswachten absolviert. Zuerst die Technikprüfung des Fahrrades. Danach die Fahrübung auf einer speziellen Übungsfläche, die echten Straßen nachempfunden ist. Mit Kreuzungen, Ampeln und Verkehrszeichen. Wer besteht, bekommt einen Fahrradausweis (Fahrradpass), einen Aufkleber “Geprüfter Radfahrer” und einen Wimpel. Die Fahrprüfung wird von Polizeibeamten abgenommen.

Die Deutsche Verkehrswacht e.V. machte übrigens von 1966 bis 2005 die beliebte, verrückte und heute nostalgische Sendung „Der Siebte Sinn“. Ich empfehle diese Folge über Frauen und Autofahren, eine schnelle Motorradfahrerin ohne Helm und einen Radfahrer, der gegen eine geöffnete Autotür knallt:

Werbefahrräder abstellen bzw. aufstellen – darf man das?

auf den ersten Blick fahrbereit

Ein platter Reifen ist kein Problem

In Augsburg wirbt zum Beispiel die Bikekitchen mit mehreren Werbefahrrädern. Der Radexpress Augsburg hatte auch ein paar verteilt und die Bergsporthütte benutzt für ihre Werbung ein Tandem. Ist das erlaubt?

In der relevanten „Satzung über Straßensondernutzungen in der Stadt Augsburg“ sind Werbefahrräder nicht erwähnt. In anderen Städten schon. Dort steht zum Beispiel: Genehmigungspflichtige Werbeanlagen sind … zu Werbezwecken abgestellte Werbefahrräder …

Nun ja, nicht jedes Fahrrad mit Werbung dran ist ein „Werbefahrrad“ und wird „zu Werbezwecken“ abgestellt. Um Ärger zu vermeiden, ist auf zwei verschiedene Sachverhalte zu achten:

  • es soll nicht so wirken, als wäre das Fahrrad ausschließlich zu Werbezwecken aufgestellt. Sondern es soll so aussehen, als würde das Fahrrad tatsächlich regelmäßig benutzt werden. Deshalb ist regelmäßiges Umparken sinnvoll.
  • das Fahrrad soll fahrbereit und nicht wie Abfall ausehen. Ab und zu nachsehen, Pflege und Reparatur bei Vandalismus. Sonst droht die Entfernung durch die Stadtreinigung.

Alle wichtigen Aspekte auf einen Blick:

  • Das Wichtigste: das Fahrrad regelmäßig umparken.
  • Auf die Pflege kommt es an. Vandalismus- und Wetterschäden schnell beseitigen.
  • Das Fahrrad so befestigen, dass es nicht umfallen kann. Aber nicht fest installieren.
  • Das Fahrrad sollte zumindest den Anschein erwecken, fahrbereit zu sein (Sattel, Lenker, Pedale usw. vorhanden)
  • Durch die Werbung sollte das Fahrrad nicht fahruntauglich werden, z.B. durch Plakate, die den Lenkeinschlag unmöglich machen.
  • Das Rad sollte niemanden behindern.
  • Direkt vor fremden Geschäften könnte es den Ladeninhaber stören – öffentliche Plätze sind besser.
  • Keine Bäume, privaten Zäune oder Fahnenmasten zum Anschließen benutzen, sondern nur städtische Einrichtungen wie Straßenschildmasten oder Fahrradabstellbügel.

Beispiele:

Das weiße Rad im Hintergrund: lange nicht bewegt und nicht gepflegt
-> Entsorgungsgefahr

Eigentlich nicht fahrbereit - aber keine langfristige Nutzung

Das Tandem ist sehr gepflegt und wird oft bewegt -> problemlos

Werbung im Fahrradkorb und trotzdem ganz sicher kein "Werbefahrrad"

Plakate verhindert Fahrtauglichkeit -> eindeutig ein "Werbefahrrad"

Die komplette Fahrradtechnik verständlich erläutert

Der bärtige Sheldon Brown macht das in englisch, der 2010 verstorbene Hans-Christian Smolik hat eine deutschsprachige Fahrradtechnik-Seite aufgebaut, die keine Wünsche offen lässt und nach wie vor online steht.

http://www.smolik-velotech.de/schrift.htm
http://www.sheldonbrown.com/

Was ist das? Es ist ein Uberhood

Der Uberhood (mit u, ohne ü) ist ein fest montierter Regenschirm für das Fahrrad. Für 79 Dollar. Funktioniert dank ausgefeilter Lenkerschelle garantiert, mit Ausnahme von Fahrtwind ab 8 km/h oder Gegenwind. Alles Infos: http://uberhood.co/products/classic.

E-Rad.Schrott

Die ersten E-Räder sind schrottreif. Wohin mit dem Müll? Die Händler sind boomverliebt mit dem Verkauf beschäftigt. An die Rücknahme von alten Akkus denken sie jetzt noch nicht.

Das Brot und Butter-Fahrrad

Das klassische Damenrad der 70er Jahre. Bequemer tiefer Einstieg. Komfortabler, eigenfedernder Rahmen und Gabel. Angenehme Sitzposition. Drei Gänge. StVO-Ausstattung und Gepäckträger. Wartungsarm, stabil und zuverlässig. Alleskönner.

Der Golf I der Fahrräder.

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